Samstag 25. Mai 2013, 20:34

Technologie, Forschung


EU-Forschernacht: Wissenschaftler klären einen Mord auf und klettern wie Spiderman

Wie jeder Fan von Sherlock Holmes, Hercule Poirot und Lisbeth Salander weiß, ist minutiöse Detektivarbeit erforderlich, um einen Mord aufzuklären. In der sechsten europäischen Forschernacht, die dieses Jahr am 23. September in über 320 europäischen Städten stattfindet, haben Hobby-Detektive etwa im polnischen Krakau Gelegenheit, gemeinsam mit Rechtsmedizinern, mit DNA-Tests und psychologischem Gespür die einzelnen Puzzleteile eines Mordgeschehens nach dem Motte „Wer war’s?“ zusammenzusetzen. Ein weiterer Höhepunkt erwartet das Publikum dieses Jahr in Nikosia (Zypern), wo Wissenschaftler zeigen, wie Spidermans Fähigkeit, an Wänden hochzulaufen, mit Hilfe von Nanotechnologie Wirklichkeit werden kann. In Rom können Besucherinnen und Besucher des Planetariums kleine Tornados auslösen und so konkret erleben, wie solche natürlichen Phänomene entstehen.

Blue Moon
Blue Moon
Bild: open salon
Hunderte Forscher aus den unterschiedlichsten Wissenschaftsdisziplinen werden der Öffentlichkeit ihre Arbeit vorstellen und deutlich machen, wie wichtig Forschung und Innovation für unser tägliches Leben sind. Die Forschernacht wird durch die Marie-Curie-Maßnahmen unterstützt, mit denen Mobilität, Ausbildung und Karriereentwicklung von Forschern gefördert werden. Im letzten Jahr zogen die Veranstaltungen 600 000 Besucherinnen und Besucher an.

„In der Forschernacht haben die Wissenschaftler Gelegenheit, mit der Öffentlichkeit in Kontakt zu treten, und wir Laien erhalten einen Einblick in die Welt der Wissenschaft. In dieser Nacht kann jeder ein Wissenschaftler sein. Ich kann mir keine bessere Gelegenheit vorstellen, jungen Menschen die Faszination der Naturwissenschaften und die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Laufbahn näherzubringen,“ erklärte Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend.
 
Bei vielen Veranstaltungen der Forschernacht können die Besucherinnen und Besucher Forschungseinrichtungen kennenlernen, die wie Labors und Forschungszentren normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Sie haben Gelegenheit, die neusten Technologien und Instrumente unter wissenschaftlicher Anleitung auszuprobieren, an Versuchen teilzunehmen, bei Wettbewerben und Fragespielen mitzumachen oder Vorführungen und Simulationen zu verfolgen.
In ganz Europa finden viele hundert Veranstaltungen statt – weitere Highlights in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Welchen Mehrwert Forschung und Innovation für Gesellschaft und Wirtschaft bedeuten, hat die EU schon lange erkannt; im Zeitraum 2007 bis 2013 hat sie über 50 Mrd. EUR investiert. Die Kommission hat kürzlich einen Vorschlag unterbreitet, nach dem sie von 2014 bis 2020 für Forschungsprojekte 80 Mrd. EUR bereitstellen will, um Arbeitsplätze zu schaffen und Europa wettbewerbsfähiger zu machen.

Wissenschaft und Unterhaltung

Die Forschernacht gehört zu den populärsten Initiativen der EU und richtet sich an die allgemeine Öffentlichkeit, insbesondere an Familien, junge Menschen und diejenigen, die mit den Naturwissenschaften normalerweise nicht so viel zu tun haben. Wissenschaft soll auf unterhaltsame Weise vermittelt werden.
Seit 2005 hat die EU 16,5 Mio. EUR in die Forschernacht investiert. Die Veranstaltungen haben in fünf Jahren 1,5 Millionen Besucher angezogen und mit Sensibilisierungskampagnen weitere Millionen Menschen erreicht. Für die Forschernacht 2010 hat die EU 4 Mio. EUR bereitgestellt, so dass 600 000 Menschen an wissenschaftsbezogenen Veranstaltungen teilnehmen können; in diesem Jahr wird sie einen ähnlichen Betrag zur Verfügung stellen.
Zwischen 2007 und 2013 gibt die EU im Rahmen des siebten Forschungsrahmenprogramms (RP7) über 50 Mrd. EUR für Forschung aus. 4,7 Mrd. EUR sind für Marie-Curie-Maßnahmen und 309 Mio. EUR für das Europäische Innovations- und Technologieinstitut bestimmt.2012 wird die Europäische Union 7 Mrd. EUR für die Förderung der Forschung aufwenden.
 
Im Rahmen der Strategie Europa 2020 haben sich die Mitgliedstaaten verpflichtet, 3 % ihres BIP bis 2020 für Forschungsaufgaben einzusetzen (1 % öffentliche Mittel und 2 % Unternehmensinvestitionen). Mehr Mittel werden notwendig sein, wenn die EU dieses Ziel erreichen will, das zur Schaffung von 3,7 Millionen Arbeitsplätzen und zu einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um nahezu 800 Mrd. EUR jährlich führen würde.

 




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