Donnerstag 20. Juni 2013, 13:45

Regionalpolitik

EU-Förderungen: Burgenland als „Übergangsregion"?

Zur Zeit starten vier Arbeitsgruppen, um das Burgenland als „Übergangsregion" zu positionieren und Schwerpunkte der Mittelverwendung zu formulieren.

Burgenland als „Übergangsregion" positionieren
Burgenland als „Übergangsregion" positionieren
Bild: berggeist007/pixelio.de
Auf der Landkarte der Regionalförderungsgebiete Österreichs 2007-2013 gemäß EU-Beihilfenrecht erscheint das gesamte Burgenland als durchgehend förderwürdig. Jetzt sollen die Bestimmungen für Regionalbeihilfen für die Zeit ab 2014 reformiert werden, die förderfähigen Regionen halbiert werden. Zur Zeit starten vier Arbeitsgruppen, um das Burgenland als „Übergangsregion" zu positionieren und Schwerpunkte der Mittelverwendung zu formulieren.

Werden die von EU-Regionalkommissar Johannes Hahn vorgeschlagenen Übergangsregionen umgesetzt, würde das Burgenland zusammen mit 50 anderen EU-Regionen, die eine Wirtschaftsleistung zwischen 75 und 90 Prozent des EU-Durchschnitts aufweisen, mehr EU-Förderungen erhalten, als aus der derzeitigen 159 Millionen Euro schweren Ausschleifregelung als ehemaliges Ziel-1-Gebiet.

Die Verhandlungen über die neuen Bestimmungen sind in zwei Richtungen angelegt:

Förderungen an Großunternehmen in Österreich sollen stark eingeschränkt werden.

Im Burgenland gibt es keine Unternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern. Kennzeichnend für die Burgenländische Unternehmensstruktur sind  hingegen vielfach Tochtergesellschaften und Standorte mit weniger als 100 Mitarbeitern, deren Muttergesellschaften sich im Ausland befinden. Grundlage zur Beurteilung sind hier nicht die Burgenländischen Mitarbeiter, sondern die Mitarbeiter des gesamten weltweit tätigen Konzerns.

Die Anzahl förderfähiger Regionen in Österreich gemäß Regionalbeihilfe soll gekürzt werden

Das Burgenland muss als Übergangsregion eingestuft werden, um die bereits getätigten Investitionen im Phasing Out nachhaltig abzusichern.

Bedingt durch die geographische Lage des Burgenlandes und der damit verbundenen „gehemmten" wirtschaftlichen Entwicklung in der Vergangenheit, ist es nicht möglich, viele Jahre industriellen Vorsprungs anderer österreichischer Wirtschaftsregionen in der notwendigen Geschwindigkeit aufzuholen. Burgenländische Unternehmen brauchen „leider noch" die Hilfe von außen.
Das Burgenland habe sich stark entwickelt, habe andere Regionen überholt und sollte jetzt nicht bestraft werden, in dem die Mittel gekürzt werden, sagt der Fraktionschef der Sozialdemokraten im EU-Parlament, Hannes Swoboda, anläßlich eines Kurzbesuches im Burgenland.
Im Finanzplan von EU-Kommissar Johannes Hahn für die Förderperiode von 2014 bis 2020 sind 39 Milliarden Euro für die 50 Übergangsregionen in der EU vorgesehen.

EU-Förderungen im Burgenland

Neben den Ziel 1-Förderprogramm und Interreg IIIA-Förderungen werden im Burgenland noch die Förderungen im Bereich der (Förderungen für burgenländische Klein- und Mittelunternehmer im Bereich neue Medien) und Equal-Förderungen (EQUAL = Inititiative zur Bekämpfung von Diskriminierungen und Ungleichheiten im Arbeitsleben und bei der Arbeitssuche) wirksam.

Weiters gibt es speziell für den ländlichen Raum das Programm „Ländliche Entwicklung 07-13“ und das Programm „Europäischer Fischereifonds 07-13“.
Eine Auflistung aller EU-Förderprogramme und -Beihilfen.


 




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