Mittwoch 26. Juli 2017, 18:28

Gesundheit

EU fördert "Fallwatch" - Erkennungssystem, das Senioren nach Stürzen schneller hilft

Vigi'Fall ist der Name eines neuen Erkennungssystems, das vorwiegend alten Menschen nach Stürzen helfen wird. Dank des kleinen dreieckigen Patches, das von seinem Anwender permanent getragen werden kann, ist gewährleistet, dass jeder ernsthafte Sturz erkannt und sofort ein Notarzt gerufen wird. Das Projekt wurde von der Europäischen Kommission mit rund zwei Millionen EURO gefördert.

EU fördert "Fallwatch" - Erkennungssystem, das Senioren nach Stürzen schneller hilft
EU fördert "Fallwatch" - Erkennungssystem, das Senioren nach Stürzen schneller hilft
Bild: Viktor Schwabenland /www.pixelio.de/ © www.pixelio.de
„Schätzungsweise stürzen in Europa jährlich mehr als 20 Millionen Menschen über 65“, erklärt Jean-Eric Lundy, Gründer von Vigilio S.A. und Arzt in der Notaufnahme des Hôpital Cochin in Paris. „Damit ist ein Sturz die Hauptursache für traumatisch bedingte Todesfälle in diesem Alter. Sofortige medizinische Hilfe entscheidet über Leben und Tod. Viel zu oft erleben wir, dass ältere Patienten vor der Einlieferung ins Krankenhaus stundenlang hilflos zu Hause gelegen haben, weil sie nicht um Hilfe rufen konnten. Dabei entstehen oft irreversible physische und psychische Schäden.“
Laut Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit in Wien kam es 2011 in Österreich zu insgesamt 261.300 Sturzunfällen. Damit machen Stürze mehr als 64 % aller Unfälle zu Hause oder in der Freizeit aus und sind Österreichs Unfallursache Nr. 1.

So funktioniert Vigi’Fall

Vigi’Fall basiert auf einem Sensorensystem: einem Biosensor, der vom Anwender selbst getragen wird, sowie Wandsensoren in den Wohnräumen und ist damit in etwa vergleichbar mit einer Alarmanlage. Im Falle eines Sturzes sendet der Biosensor am Körper ein Signal aus; darüber hinaus registrieren die Wandsensoren, dass keine Bewegungen mehr stattfinden, und melden dies ebenfalls an das Steuergerät im Wohnbereich. Diese benachrichtigt per Telefon das Pflegepersonal oder – falls sich der Sturz in einer Privatwohnung ereignet – ein Callcenter.
Um zwischen tatsächlichen Stürzen und einem Fehlalarm unterscheiden zu können, verfügt Vigi’Fall über eine spezielle Software, die den Sturz (mit oder ohne Aufprall) und die anschließende Lage des Patienten analysiert. In einer Pflegeeinrichtung kann das Personal im Ernstfall sofort reagieren. Allein lebende Menschen werden sicherheitshalber von einem Callcenter-Mitarbeiter angerufen. Bleibt der Anruf unbeantwortet, wird umgehend die Familie oder ein Notdienst benachrichtigt.

Vigi’Fall im Einsatz: http://www.youtube.com/watch?v=6sFhILZ1jmA

 

Bild: Viktor Schwabenland / pixelio.de/ © www.pixelio.de und vigi91.eu




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