Samstag 18. Mai 2013, 23:06

Umwelt & Agrar

EU-Agrarpolitik: nachhaltige und regionale Landwirtschaft fördern

Der französische Grünenabgeordnete José Bové fordert mehr Einsatz für landwirtschaftliche Qualität und Vielfalt in Europa. Sein Bericht über Vorschläge der EU-Kommission zur Förderung europäischer Agrarprodukte wurde vom Agrarausschuss verabschiedet.

José Bové fordert mehr Einsatz für landwirtschaftliche Qualität und Vielfalt in Europa
José Bové fordert mehr Einsatz für landwirtschaftliche Qualität und Vielfalt in Europa
Bild: EP
Welche Schwerpunkte fordern Sie für die künftige Agrarpolitik in Europa?

Wichtig ist, dass wir die nachhaltige und regionale Landwirtschaft fördern und gleichzeitig die Verbraucher davon überzeugen, sich ausgewogener zu ernähren und verstärkt auf regionale oder lokale Produkte zu vertrauen.

Heute gibt es nationale und internationale Märkte, aber eben auch regionale Anbieter mit ganz spezifischen und hochwertigen Produkten, die das Auskommen von Millionen von Bauern sichern - und die müssen wir bekannter machen.

In meinem Bericht wird dieses Thema zum ersten Mal im Parlament behandelt. Jetzt muss sich die Kommission dieses Themas annehmen und festlegen, wer genau gefördert werden sollte.

Der ursprüngliche Vorschlag der Kommission zielt darauf ab, die "Geschmäcker Europas" besser zu vermarkten. Was ist damit gemeint?

Ein Käse aus den Ardennen schmeckt ganz anders als ein Käse aus Rumänien. Und diese Vielfalt der Geschmäcker müssen wir in Europa erhalten und fördern.

Wir hatten genug Standardisierung und Gleichmacherei. Die Vielfalt ist auch wichtig für unsere Gesundheit. Wenn es mehr landwirtschaftliche Vielfalt gibt, dann sind Pflanzen und Tiere resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge, ohne dass wir Antibiotika brauchen oder Pestizide.

Sie fordern auch engere Beziehungen zwischen Bürgern und Landwirten. Warum?

Wir müssen lokale Märkte fördern und Verbraucherkollektive. Hier existieren schon viele Erfahrungen, wir müssen das nun im größeren Stil ausrollen. In manchen Städten bieten Kooperativen und Läden lokaler Erzeuger bereits echte Alternativen zu Supermärkten. Diese Netzwerke zwischen Verbrauchern und Erzeugern sollten wir ausbauen. Das sichert auch das Einkommen der Landwirte und erlaubt ihnen, von der gesamten Wertschöpfungskette zu profitieren.
 


 




Kommentar hinzufügen