EU-Abgeordnete wollen Rechte gefährdeter Verbraucher stärken
Alle Verbraucher sind an einem Punkt ihres Lebens besonders schutzbedürftig, heißt es im Bericht der spanischen Sozialdemokratin María Irigoyen Pérez. Doch aktuelle EU-Richtlinien zum Schutz der Verbraucher würden dem nicht gerecht.

Bild: Yoga-Vidya/flickr.com
Besonders problematische Themen
Finanzen: Auf rund 70 % aller Webseiten der Finanzbranche finden sich mangelhafte Informationen über Kosten und Nutzen der angebotenen Dienstleistungen. Hier fordern die Abgeordneten einfache und verständliche Produktinformationen und Informationsprogramme für Nutzer finanzieller Dienstleistungen. Besonders ältere Menschen seien hier gefährdet.
Nahrungsmittel: Kinder und Jugendliche sprechen vor allem auf Werbung für Nahrungsmittel mit hohem Salz-, Fett- und Zuckergehalt an. Die Kommission sollte hier, so die Forderung, Einschränkungen für die Werbung vorschlagen.
Transport: Trotz bestehender Regeln sei es für Reisende noch immer schwierig, mit Verspätungen oder Stornierungen umzugehen. Vor allem Billigfluglinien setzten auf unfaire Geschäftsbedingungen. Undurchsichtige Preise führten dazu, dass manche Reisende für eine identische Leistung bis zu dreimal mehr zahlen müssten als andere Kunden. Die Kommission müsse dafür sorgen, dass Reisenden schneller informiert und, falls notwendig, angemessen entschädigt würden.
Internet: Besonders in sozialen Netzwerken besteht die Gefahr "gezielter Werbung", die Minderjährige zu Kaufentscheidungen drängen soll und dabei auch auf sozialen Druck setzt. Die Abgeordneten fordern hier von der Kommission genauere Informationen, um Umfang und Schwere des Problems besser zu verstehen.
Liberalisierte Märkte: Die Liberalisierung wichtiger Märkte etwa im Mobilfunk- oder Energiesektor habe nicht zu allgemeinen Preissenkungen geführt, heißt es im Bericht. Für viele Bürger sei jedoch die Wahl des richtigen Tarifs oder der Wechsel zu einem anderen Anbieter komplizierter geworden. Hier seien klare und vergleichbare Informationen über Preise und Leistungen notwendig.


















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