EU-Abgeordnete stimmen über striktere Regeln für Ratingagenturen ab
Positive Bewertungen der großen US-Ratingagenturen für komplizierte Finanzprodukte führten während der Finanzkrise zu riesigen Verlusten für mehrere Finanzinstitute. In vielen Staaten mussten Banken mit öffentlichen Geldern gerettet werden. Der Wirtschaftsausschuss stimmt darüber ab, ob Ratingagenturen in Zukunft für ihre Bewertungen haften müssen.

Bild: EP
Interessenkonflikte
Kritisiert wird auch das Geschäftsmodell der meisten Ratingagenturen. Anders als bei der Bewertung von Staatsanleihen, zahlen Unternehmen für die Bewertung ihrer Finanzprodukte. Diesen Interessenkonflikt will Domenici einschränken. Er plädiert dafür, dass Ratingagenturen keine Bewertungen mehr für Firmen erstellen dürfen, die mehr als 2 Prozent der Anteile oder Stimmrechte der betroffenen Agentur halten oder anderweitig starken Einfluss auf das Geschäft der Ratingagentur haben.
Bewertungen von Staatsschulden
Etliche Ratingagenturen haben die Kreditwürdigkeit von Staaten der Eurozone herabgestuft, obwohl diese drastische Sparmassnahmen eingeleitet haben. Die höheren Zinsen für neue Schulden machen es für diese Staaten immer teurer, neue Anleihen auszugeben. "Ich habe ursprünglich vorgeschlagen, unaufgeforderte Bewertungen von Staatsschulden zu untersagen, doch zur Zeit gibt es für diesen Vorschlag keine Mehrheit", erklärt Domenici.
Doch strengere Regeln für die Bewertung von Staatsschulden scheinen unvermeidlich. Kreditbewertungen sollen die spezifische Situation eines Landes widerspiegeln. Auch sollen Ratingagenturen keine Vorgaben für politische Entscheidungen machen und der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde einen Kalender geplanter Bewertungen vorlegen.


















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