Donnerstag 23. Mai 2013, 00:05

Reportagen

Erfolgsmotor 2020 – Grenzüberschreitende Fortbildung als Rüstzeug gegen die Krise

In­no­va­tionsgeist, Füh­rungs- und So­zi­al­kom­pe­tenz sind wichtige Voraussetzungen für jeden Unternehmer, der sich mit seinem Betrieb im nationalen und internationalen Wettbewerb behaupten will.

Grenzüberschreitende Fortbildung als Rüstzeug gegen die Krise
Grenzüberschreitende Fortbildung als Rüstzeug gegen die Krise
Bild: MWM Energy/flickr.com
Das bayerisch-oberösterreichische Kooperationsprojekt „Erfolgsmotor 2020“ brachte diese unternehmerischen Kernkompetenzen mit finanzieller Unterstützung aus Brüssel kleinen und mittleren Betrieben (KMU) in der Grenzregion nahe.

Brüssel fördert Qualifizierungsmaßnahmen mit 667.200 Euro

Im Rah­men des EU-För­der­pro­gramms für grenz­über­schrei­ten­de Zu­sam­men­ar­beit IN­TER­REG Bay­ern - Ös­ter­reich 2007-2013 starteten die Wifi-Unternehmer-Akademie der Wirt­schafts­kam­mer Ober­ös­ter­reich (WK OÖ) und die In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer für Nie­der­bay­ern (IHK) 2009 das Qualifizierungsprojekt Erfolgsmotor 2020. Ziel der mit rund 1,4 Mio. Euro dotierten länderübergreifenden Kooperation: Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Firmen durch Wissensvorsprung. In Informationsveranstaltungen, modular aufgebauten Lehrgängen mit einer Dauer von sechs bis 12 Monaten, Symposien und Kurz-Workshops zu Themen wie „Das 1x1 für er­folg­rei­che Un­ter­neh­mer“, „Kon­flikt­ma­na­ge­ment in der Wirt­schaft“ oder „Un­ter­neh­men und Ge­schäf­te in Ös­ter­reich und Deutsch­land op­ti­mal ge­stal­ten“ machten sich Unternehmer fit für die wirtschaftlichen Herausforderungen. Doch nicht nur die Einzelbetriebe profitieren von den insgesamt 667.200 Euro an EU-Fördermitteln, die zusätzlich durch nationale Gelder von Land OÖ und baye­ri­schem Staats­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft, In­fra­struk­tur, Ver­kehr und Tech­no­lo­gie kofinanziert wurden. Auch die gesamte Region gewinnt durch die Stärkung der Wirtschaftsbetriebe. Immerhin zählen rund 99 Prozent der Firmen in Nie­der­bay­ern und OÖ zur Gruppe der KMU. Sie stellen in diesen Regionen et­wa 64 Prozent al­ler Ar­beitsplätze.

Erfolgsmotor 2020 setzte 600 Unternehmer in Bewegung

Im April kam das bayerisch-oö Projekt nach drei Jahren zum Ende. Einem sehr erfolgreichen Ende wie die Partner betonen: „Mit dem Projekt Erfolgsmotor 2020 haben wir es geschafft, die Unternehmen in unseren Regionen zu stärken“, freut sich WK OÖ-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller. Zudem sei es gelungen, die Scheu, auch einen Blick über die Grenzen zu wagen, aufzubrechen. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Mehr als 600 Interessierte haben den Grenzgang angetreten und sich bei 68 Infoveranstaltungen über das Angebot und die Fördermöglichkeiten von „Erfolgsmotor 2020“ schlau gemacht. 265 Unternehmer und Führungskräfte drückten bei den 29 mehrmoduligen Lehrgängen in Passau und Linz noch einmal die Schulbank und 339 Teilnehmer knüpften Kontakte bei den 25 Workshops. Für die wissendurstigen Unternehmer war es laut Sabine Wolfsteiner vom Wifi OÖ einfach und unkompliziert, das Fördergeld aus Brüssel in Anspruch zu nehmen. „Die Teilnehmer haben einfach den verminderten Kursbetrag – 30 Prozent der Kurskosten – bezahlt. Alles andere haben wir erledigt“, so Wolfsteiner.

Nachfolgeprojekt seit Mai bereits am Start

Für Rabmer-Kollers Kollegen Walter Keilbart wurde auch die Idee des Zusammenwachsens von Grenzräumen innerhalb der Europäischen Union gestärkt. „Miteinander und voneinander lernen bereitet den Boden für besseres Verständnis und intensivere Kooperation zwischen niederbayerischen und oö. Unternehmen“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Eine weitere Kooperation zwischen den Nachbarn ist bereits Anfang Mai 2012 gestartet. Mit voller UnternehmerKraft voraus – so auch der Name des neuen INTERREG-Programms – stürzen sich die mittelständischen Teilnehmer auf neues Wissen zu Internationalisierung, Wachstum und betrieblicher Kooperation. Und auch dieses Projekt wird nicht das letzte sein. Geld aus Brüssel steht laut oö. Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl jedenfalls noch genug zur Verfügung. Von den insgesamt zehn Mio. Euro EFRE-Mitteln (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung), über die allein das Land ob der Enns in der Periode 2007 bis 2013 verfügen kann, sind 1,5 Mio. Euro (knapp 15 Prozent) noch nicht ausgeschöpft. „Jetzt geht es in den Endspurt“, zeigt sich Sigl zuversichtlich, auch dieses Geld noch aus Brüssel abholen zu können.

 

 

 

 


 




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