Erdfernerkundung – Der Blick aus dem Weltraum, Symposion IGARSS 2012
Noch bis 27. Juli sind im Internationalen Kongresszentrum München rund 2400 Experten aus mehr als 70 Ländern auf der IGARSS 2012 vertreten. Die Konferenz zu den Forschungsbereichen Geowissenschaften und Fernerkundung ist über ihre Fachgrenzen hinaus richtungsweisend und ein alljährlicher Höhepunkt im wissenschaftlichen Veranstaltungskalender.

Bild: DLR
Perspektiven zur Fernerkundung
Welche Bedeutung die Fernerkundung hat, machte Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, bei der Auftaktveranstaltung deutlich: "Mithilfe der satellitengestützten Fernerkundung können globale Herausforderungen nicht nur erfasst, sondern auch erforscht werden. Somit leistet die Raumfahrt einen wichtigen Beitrag für die Lösung weltweiter gesellschaftlicher Probleme, ob dies nun das Klima betrifft, den Umweltschutz, die Schonung natürlicher Ressourcen oder Hilfseinsätze in Katastrophenfällen". Die europäische Perspektive stellte Prof. Dr. Volker Liebig, Direktor des ESA-Erdbeobachtungsprogramms, in seinem Eröffnungsbeitrag vor. Als weiterer Gastredner gab Dr. Ghassem Asrar, Direktor des World Climate Research Programme (WCRP), einen Überblick über die aktuellen Fortschritte in der Klimaforschung und sprach über die zukünftigen Möglichkeiten der Erdbeobachtung. In Hinblick auf die mehrtägige Konferenz ergänzte Prof. Dr. Alberto Moreira, General Co-Chair der IGARSS 2012 und Direktor des DLR-Instituts für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme: "Die wissenschaftliche Gemeinschaft, die sich im Rahmen der IGARSS-Konferenzen geformt hat, spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von neuen Anwendungsfeldern oder Satellitenmissionen”.
Globale Geländemodelle: TanDEM-X
Das DLR präsentiert sich auf dem Symposium mit diversen Fachbeiträgen in einem breiten Spektrum von Forschungsaktivitäten. Ein Highlight ist die Radar-Satellitenmission TanDEM-X, mit der ein neues dreidimensionales Abbild der Erde in einer bisher nicht vorhandenen Qualität und Auflösung entsteht. Hierzu wird eine weltweit einzigartige Aufnahmetechnik eingesetzt, bei der zwei nahezu baugleiche Satelliten die Erde in enger Formation umkreisen und mit ihren Radarsystemen abtasten. TanDEM-X ist im Rahmen eines Public Private Partnership zwischen DLR und Astrium entstanden. Das globale Geländemodell der Erdoberfläche soll Mitte 2014 für wissenschaftliche und kommerzielle Anwendungen zur Verfügung stehen.
Neue Ära des Geo-Informationswesens
Heute ist die Nutzung von Erdbeobachtungsdaten fester Bestandteil der modernen Informationsgesellschaft. Das Abrufen von aktuellen Wetterdiensten gehört zum täglichen Leben ebenso wie die Online-Suche nach Satellitenbildern vom nächsten Reiseziel. Wer hätte auf der IGARSS in München vor 30 Jahren eine so rasante und umfassende Entwicklung vermutet? Die Konferenz wurde damals zum zweiten Mal unter dem Motto "Das Versprechen der Fernerkundung" gehalten. Auf der IGARSS 2012 ist die Fachwelt nun einen deutlichen Schritt weiter. Die Fernerkundung hat sich nicht nur in Forschung und Gesellschaft etabliert, sondern bietet auch Raum für immer breitere Anwendungen und Dienstleistungen – es ist der Übergang in eine neue Ära des Geo-Informationswesens.
In einer sich rasch ändernden Welt werden Geo-Informationen benötigt, die schnell, präzise, flächendeckend und kontinuierlich abrufbar sind. Unter dem Motto "Remote Sensing for a Dynamic Earth" stellt die IGARSS 2012 dabei die besondere Rolle der Fernerkundung in den Fokus: Wissenschaftler, Ingenieure und Entscheidungsträger gehen im Rahmen von eingeladenen Sessions mit Fach- und Übersichtsvorträgen gezielt der Frage nach, wie dynamische Prozesse und Veränderungen auf der Erdoberfläche mittels neuer Methoden und Technologien in der Fernerkundung besser und zuverlässiger erfasst werden können.
Fachbeiträge in Rekordzahl
Wie ist der aktuelle Stand der Fernerkundung, was bietet sie derzeit und was können wir für die Zukunft erwarten? Bis zum Ende der Woche erörtern Teilnehmer der IGARSS 2012 diese Themen. Die enorme Zahl der Beiträge bietet einen umfassenden Überblick. So wartet das Symposion mit einer neuen Rekordanzahl von Konferenzbeiträgen auf: Mehr als 2000 Vorträge, 1200 wissenschaftliche Poster mit speziellen Diskussionsrunden und verschiedene Social Events stellen den ausgiebigen Wissensaustausch sicher. Einen interessanten Einblick in die Entwicklung der Fernerkundung bieten etwa die Session "TanDEM-X Mission Status and First Scientific Result" und die Vorträge über die zukünftigen "Sentinel"-Missionen der ESA.


















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