Montag 20. Mai 2013, 09:14

Energie & Ressourcen


Energieeffizienz: Es geht zur Sache!

Die EU ist, was das angepeilte Energiesparziel betrifft, nicht unbedingt auf Idealkurs. Gravierende Interessenskonflikte, Machtgefüge und rundum steigende Energiekosten in Verbindung mit der fast schon als chronisches Leiden zu bezeichnenden Wirtschaftskrise setzen den Mitgliedstaaten zur Zeit enorm zu. Die nationalen Intentionen alleine reichen nicht aus – Initiativen in Form gezielter Taten sind gefragter denn je.

Windpark Baltic 1
Windpark Baltic 1
Bild: EnBW / Matthias Ibeler
Die Vorgaben aus Brüssel sind hinreichend bekannt, den Mitgliedstaaten wird auferlegt, geeignete Konzepte in Form von Energiesparplänen zu erstellen und diese in der vorgegebenen Zeit umzusetzen. Energiekennzahlen als erster Schritt im umfangreichen Prozedere bilden die Grundlage für die eigentlichen Benchmarks, Sparen nach Plan lautet die Devise. Und das beginnt auf mentaler Eben mit der Bewusstseinsbildung für den effizienten Umgang mit Energie, der systematische Zugang zur Energieeffizienz im Alltag nimmt die Schlüsselrolle für die nachhaltigen Erfolge ein. Finanzielle Anreizprogramme sollen dabei quasi als zündender Funke wirken, die Finanzierung der erforderlichen Massnahmen darf letztlich kein Hemmnis für die erfolgreiche Umsetzung sein. 

Branchenbedingt unterschiedliche Voraussetzungen

Die treibende Kraft der Wirtschaft, nämlich KMU, sind im Idealfall die eindeutigen Gewinner der zukunftsweisenden Energiekonzepte, hier ist, gerechnet auf den Einzelnen, enorm viel zu holen. Die Betriebe weisen sehr oft veraltete Energiekonzepte auf, hier machen sich Sparmassnahmen zumeist schon nach kurzer Zeit bemerkbar. Es dreht sich, ebenso wie in der Industrie, alles darum, den Energiekreislauf zu schliessen d.h. Wärme ebenso wie Kälte und Druckluftsysteme in der Effizienz nachhaltig auszureizen d.h. zu recyclen und Energieverluste zu vermeiden. Problematischer ist es hingegen speziell im personalintensiven Dienstleistungsbereich wie z.B. Tourismus und Hotellerie. Hier wird das Feilschen um jedes Megawatt Energie nur allzu gerne als strategische Erbsenzählerei abgetan. Und genau hier setzt der bewusste Umgang mit kostbarer Energie an: Es gilt, von der rein materiellen Denkweise abzulassen und sozio-ökologische Aspekte vermehrt in den unternehmerischen Alltag zu integrieren.

Viele Programme, ein Ziel

KlimaAktiv, die Österreichische Energieagentur, setzt den Klima-Aktiven Hebel mittels Detailanalyse und Spezialtools auf regionaler Ebene an und macht mit kompetenten Technologiepartnern und den  Fachverbänden der WKÖ gemeinsame Sache. Die Programmziele für Energieeffizienz in Betrieben basieren auf einer weitgefächerten Implementierung der Grundlagen eines Energie-Managementsystems nach EN 16001/ISO 50001 mit einem speziell geschulten Beraterteam. Die Beratungen für Unternehmen werden umfangreich gefördert, die Resultate sind teils als erstaunlich zu werten: Ganzheitliche Lösungsansätze und sorgfältig erstellte Energiekennzahlen führen zu nachhaltigen Ergebnissen.

Der Öko-Business-Plan Wien, das Umweltprogramm speziell für die Wiener Wirtschaft, geht einen ähnlichen Weg: Der Öko-Plan hat eine Verringerung schädlicher Umweltauswirkungen der Wiener Wirtschaft mittels integriertem Umweltschutz zum Ziel. Die Nutzung von Innovations- und Kostensparpotenzialen dient sowohl der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit als auch einer verbesserten Ressourceneffizienz. Die Förderung umfasst hier bis zu acht Beratungsstunden, der geringe Selbstbehalt kann durch erzielte Einsparungen schnell eingespielt werden.

TU Wien: Innovation aus Erster Hand

Frei nach dem Motto „Energieeffizienz bedeutet Ressourceneffizienz“ wird Interdisziplinarität in den Vordergrund der Überlegungen gestellt. Ganzheitliche Lösungen sind gefragt – die Experten setzen auf Kooperation und Koordination auf allen Ebenen. Dabei geht es weniger um State–of–the–Art als um eine gezielte Neu- und Weiterentwicklungen von bereits bestehenden Konzepten. Die Möglichkeiten sind breit gefächert: Ressouerceneffiziente Produktion, Prozessoptimierung, Einsatz erneuerbarer Energieträger, Grüne IT, Wärme ( Rück ) Gewinnung und Abwärmenutzung sind nur einige Beispiele für praxisorientierte Lösungsansätze. Das Forschungszentrum fungiert dabei ganz gezielt als Drehscheibe für praxistaugliches KnowHow für die Wiener Unternehmen.

Energiemonitoring und Umweltbewusstsein

So komplex die Materie auch scheint, mitunter sind es gerade einfache Dinge und Überlegungen, welche die besten Ergebnisse bei Einsparungen erzielen. Monitoring d.h. das bewusste, kontinuierliche Überwachen und Analysieren von Vorgängen führt zu neuen Erkenntnissen und Lösungsansätzen. Aber: Sind wir auch bereit, Konsequenzen zu ziehen? - Es ist an der Zeit, Innovationen den Weg in den Alltag zu ermöglichen und neue Wege zu beschreiten. Zwischen Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch ist es systembedingt nicht zu der vielfach erhofften Entkopplung gekommen, vielfach mangelt es an der Bereitschaft, Neues zuzulassen.

Umdenken ist die einzige Chance, Fortschritt und Entwicklung überhaupt erst zu ermöglichen. Dazu gehören jedoch auch geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen, die vielfach nicht den heutigen Anforderungen entsprechen. So ist beispielsweise im Bereich der Photovoltaik bzw. Solartechnik sowie energiesparender Umluftsysteme bei Gebäudeadaptierungen nach ökologischen Gesichtspunkten ein Konflikt mit dem Denkmalschutz und teils veralteten Vorschriften sprich Rahmenbedingungen vorprogrammiert. Hier wäre ein zeitnahes Umdenken seitens der Gesetzgebung durchaus überlegenswert, um auch aus ökologischer Sicht mit der Zeit gehen zu können. Es gilt, Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen sowie die Wertigkeit von Tradition in Relation zum Fortschritt zu setzen. Die Zukunft beginnt jetzt.     


 




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