Freitag 18. Mai 2012, 19:44

Digitale Agenda

Elektronischer Handel soll bis 2015 verdoppelt werden

Brüssel ortet sowohl im elektronischen Geschäftsverkehr als auch bei Online-Diensten enormes Entwicklungspotenzial. Die Förderung von Wachstum und Beschäftigung ist in Verbindung mit der vielzitierten Nachhaltigkeit ein wichtiger Punkt auf der Agenda der Union. Mit einem Aktionsplan soll der elektronische Handel bis 2015 verdoppelt werden.

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Bild: Maximum PC
Es ist schon eine ganze Weile her, als das Internet anfing, ein breites Publikum zu begeistern. Einst als Kommunikationstool, nämlich in nahezu geheimer Sache der wissenschaftlichen und militärischen Elite gedacht trat es gegen Ende der 90iger zu einem unaufhaltsamen Siegeszug an. Das fiel auch recht bald den profitorientierten Wirtschaftsgenies und Börsianern auf, die sehr schnell eine lukrative Einnahmequelle hinter der neuen Technik vermuteten. Unsummen wurden investiert – und vernichtet. Die Internetblase war geplatzt, die Verluste enorm. Doch das Web ließ sich davon nicht abhalten und setzte den Triumphzug selbstbewusst und unverdrossen fort. Mittlerweile ist diese sehr moderne Art der Kommunikation und Informationsbeschaffung aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. 

Onlinedienste als Jobmotor der Zukunft

Das neu entdeckte Potenzial im Bereich der Onlinedienste dürfte nach Meinung der Experten ebenso wie der elektronische Geschäftsverkehr positive Auswirkungen wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht haben. Laut aktuellen Berichten aus Brüssel schafft die Internetbranche 2,6 neue Stellen, die anderswo in der vergleichbaren Periode eingespart werden. Das dürfte sich auch im ländlichen Bereich bemerkbar machen, sofern eine entsprechende Anbindung gegeben ist.   

Mehr Auswahl bei geringeren Preisen      

Konkurrenz belebt das Geschäft – das gilt natürlich auch beim Onlinehandel. Die Chancen sind enorm. Experten gehen dabei von 11,7 Mrd. Euro aus, die der Wirtschaft und damit auch den europäischen Bürgern zugute kommen. Die bestehenden Hemmnisse am Binnenmarkt müssten jedoch endlich beseitigt werden, hier gibt es noch einiges zu klären. Vielfach bestehen Unsicherheiten betreffend der jeweiligen Gesetzeslage, die von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat oft recht unterschiedlich ausfällt. Es scheitert häufig am Vertrauen in den Onlinehandel. Zahlungsmöglichkeiten bzw. die Akzeptanz unterschiedlicher Kartensystem ist häufig nicht gegeben, manche Händler liefern erst gar nicht ins Ausland.  Der unmittelbare Vergleich der Angebote ist bedingt durch das Angebot reichlich mühsam und erfordert trotz verlockender genaue Kenntnisse des komplexen Marktes. Barrieren abbauen lautet die aktuelle Devise, denn der daraus resultierende Nutzen für die Verbraucher könnte auf beachtliche 204 Mrd. Euro ansteigen und somit 1,7% des europäischen BIP erreichen.   

Aktionsplan für Wirtschaftswachstum

Mit Bits und Bytes zum Erfolg: Rein theoretisch könnte die Onlinebranche in einigen Mitgliedstaaten über 20% zu Nettobeschäftigungswachstum beitragen. Diese an sich recht rosigen Aussichten sind aufgrund des gegenwärtig unrund laufenden Wirtschaftsmotors verlockend. Binnenmarktkommissar Michael Barnier, die für die Digitale Agenda Verantwortliche Neelie Kroes und John Dalli, Verbraucherschutzkommissar geben sich kämpferisch und zugleich siegessicher, was die Beseitigung noch bestehender Hemmnisse bezüglich der Entwicklung der europäischen Internetwirtschaft betrifft. Bestehende Beschäftigungs- und Wachstumsreserven müssen aktiviert werden. Der neue Aktionsplan soll für Bürger und Unternehmer gleichermaßen neue Chancen eröffnen. Immerhin: Es geht dabei um Millionen neue Jobs, die geschaffen werden können, und zwar sowohl direkt als auch indirekt. Die indirekt neu geschaffenen Jobs dürften jedoch bei weitem überwiegen, so viel sei jetzt bereits angemerkt.

Sicherheit und Verbraucherschutz

Diese Schlagworte dominieren den aktuellen Aktionsplan, mit welchem alles besser werden soll. Der grenzübergreifende Zugang zu Internetprodukten und Onlinedienstleistungen soll erleichtert werden, die zweifelsfrei bestehenden Probleme mit Zahlungen und Lieferungen gelöst, der Verbraucherschutz gestärkt werden. Es ist das deklarierte Ziel, geeignete Rahmenbedingungen für einen dynamischen digitalen Binnenmarkt zu etablieren und bestehende Hemmnisse zu beseitigen.
Weiters sollen Investitionen in drahtlose Anschlüsse sowie stationäre Infrastrukturen forciert werden.
Selbst dem bislang heiß umstrittenen Thema Cloud-Computing, welches bei unzähligen sehr konservativ denkenden Experten aufgrund der schwer abschätzbaren Sicherheitsrisiken nachhaltiges Kopfschütteln verursacht, wollen sich andere, weitaus visionär agierende Experten nach bestem Wissen und Gewissen widmen. Hoffentlich werden dabei auch mögliche unerwünschte Nebenwirkungen mit angebrachter Sorgfalt bedacht, denn: Sensible Daten außer Haus und damit auch außer Kontrolle zu geben kann nachhaltig mächtig Ärger verursachen, damit besteht eine gewisse Erpressbarkeit durch gesellschaftliche Randelemente, die es – geht es nach Brüssel –eigentlich gar nicht geben dürfte. Doch soweit wird es wohl nicht kommen … ?!

Wir dürfen gespannt sein, denn Internetblasen tendieren – so zeigt es jedenfalls die Vergangenheit - gelegentlich zum ZERPLATZEN.


 




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