Samstag 18. Mai 2013, 20:50

Telekommunikation & Verkehr


Elektromobilität: Prototyp in Brüssel vorgestellt

Zero Emission, klappbar … praktisch. So gibt sich der drollige Cityflitzer aus dem spanischen Baskenland. EU-Kommissionspräsident J.M. Barroso ließ es sich nicht nehmen, bei der Präsentation dabei zu sein. Hiriko, so nennt sich die Knutschkugel auf Rädern, ist eine adrette, durchaus akzeptable Alternative im städtischen Nahverkehr.

Hiriko Citymobile vor dem Guggenheimmuseum in Bilbao (Fotomontage)
Hiriko Citymobile vor dem Guggenheimmuseum in Bilbao (Fotomontage)
Bild: Hiriko AFYPAIDA
EU-Gelder zur Förderung benachteiligter Regionen, reichlich Geld von der spanischen Regierung und ein paar findige Köpfe weisen den Weg in die automobile Zukunft: Der Verein Afypaida und das baskischen Innovationszentrum Denokinn haben mit dem Bostoner Massachusetts Institute of Technology (MIT) gemeinsame Sache gemacht und Hiriko, das soviel wie für die Stadt bedeutet, entwickelt.

Parkplatzwunder dank Klappmechanismus

Um die Länge des Wagens bei Bedarf von 2,5 auf rund 1,5 Meter zu reduzieren, gleitet die Fahrgastzelle beim Einklappen auf einer Schiene nach hinten und oben, der Bedarf an Stellfläche reduziert sich drastisch. Das aufwendige „Schrumpfmobil“ ist eine feine Sache, es passen drei Exemplare auf einen Parkplatz, den ein konventionelles durchschnittliches Fahrzeug beansprucht. Es werden Erinnerungen an die Isetta (BMW) wach, auch damals erfolgte das Einsteigen durch die an der Fahrzeugfront angebrachte Türe, die zugleich als Instrumententräger fungierte. Lenkbare Hinterräder erleichtern das Einparken, der Wagen kann auf der Stelle wenden. 50 km/h Top Speed versprechen, niemals als Raser bezeichnet zu werden und sind nach nur drei Sekunden erreicht. Eine Akkuladung reicht für über 100 Kilometer, eine Vollaufladung soll in einer knappen Viertel Stunde erledigt sein.

Serienproduktion ab 2013

Die Produktion soll nur in jenen Städten gefertigt werden, wo es auch z.B. im Bereich Carsharing eingesetzt wird. Dabei werden speziell sozial schwache Regionen bevorzugt, um diese in wirtschaftlicher Hinsicht zu stärken. Malmö dient als Teststadt, in Bilbao (Spanien) und Boston finden weitere Testläufe statt.
Das Interesse ist enorm, nebst Berlin, Barcelona und Brüssel haben bereits weitere Regionen ihr Interesse bekundet, unter anderem auch San Francisco. Die ersten Modelle gehen noch in diesem Jahr vom Stapel, ab 2013 geht der pfiffige Winzling in Serie. Um 12.500 Euro ist Hiriko für jedermann erhältlich. Die Chancen, dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen, sind damit jedenfalls beträchtlich gestiegen.

Bis 2011 haben alternative Antriebe ein düsteres Schattendasein geführt, im vergangenen Jahr wurden in Österreich gerade mal 631 PKWs mit Elektroantrieb neu zugelassen. Hiriko hat alle Voraussetzungen, diese Zahlen mit einem Schlag in die Höhe schnellen zu lassen und das Straßenbild neu zu beleben.  


 




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