Sonntag 19. Mai 2013, 22:27

Aktuelles

Dynamischer Drogenmarkt in Europa

Herkömmliche Konzepte in der Bekämpfung von Suchtmittelkonsum wirken immer weniger. "Dieser Bereich hat zunehmend an Dynamik gewonnen. Traditionelle 'Gewissheiten' stehen Herausforderungen gegenüber, die man sich vor wenigen Jahren nicht vorstellen hätte können", heißt es in der ersten "strategischen Analyse" des EU-Drogenmarktes.

Zuwachs an "neuen" Drogen
Zuwachs an "neuen" Drogen
Bild: APA

Besonders wird in dem Report von Europäischer Drogengenbeobachtungsstelle (EMCDDA/Lissabon) und von Europol (Den Haag) darauf hingewiesen, dass die internationalen Kartelle auf Diversifikation ihrer Geschäfte setzen, die "inländische" Cannabis-Produktion zunimmt und immer mehr "neue" Drogen registriert werden. Die weltweite, breite Verfügbarkeit der Mobiltelefonie bietet zudem für Drogenkonsumenten und -händler die besten Voraussetzungen für unverdächtige Kontaktaufnahme. Und: "Das Internet und die immer größer werdende Verbreitung aller Formen von Social Media-Netzwerken macht die Kommunikation schneller und billiger. Die Kontrolle unerwünschter Aktivitäten ist hier extrem herausfordernd, Fragen die Rechtsprechung sind komplex."

Während sich die Szenerie bei Produktion und Konsum von Opiaten und Kokain - den klassischen "harten" Drogen - in der jüngsten Zeit nur wenig verändert hat, gibt es vor allem bei den synthetischen "neuen" als Suchtmittel konsumierten Substanzen einen starken Zuwachs. Gleichzeitig gebe es hier Verbindungen zum Markt für gefälschte Arzneimittel.

Eine weitere Entwicklung: Bei Cannabis sind die Konsumenten zunehmend nicht mehr auf "Importe" von Marihuana oder Haschisch angewiesen: "Der Markt hat sich wesentlich gewandelt. Am wichtigsten ist hier der Anstieg der Produktion innerhalb der EU." EU-Innenkommissarin Malmström: "Dieser Bericht zeigt die zunehmende Vernetzung des modernen europäischen Drogenmarktes und somit eines der komplexesten und invasivsten kriminellen Phänomene in unserer Zeit."


 




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