Donnerstag 30. Oktober 2014, 13:11

EU-Backstage & Personalia

Dreh- und Angelpunkt der zyprischen Ratspräsidentschaft

In den sechs Monaten der zyprischen Ratspräsidentschaft werden auf der Insel 170 Treffen  organisiert, während  auch zahlreiche kulturelle und andere Veranstaltungen stattfinden. Transport, Unterbringung und Beköstigung für etwa 40.000 Personen, die von Juli bis Dezember nach Zypern kommen, kann dabei als unüberwindliche Aufgabe erscheinen. Während die Organisation natürlich als entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Ratspräsidentschaft gilt, ist es der Beitrag begeisterter Helfer, der bei den Besuchern einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Die Aufgaben der Freiwilligen und Kontaktpersonen sind schier endlos.
Die Aufgaben der Freiwilligen und Kontaktpersonen sind schier endlos.
Bild: Rat der EU
Die Kontaktpersonen und Freiwilligen, die für die zyprische Ratspräsidentschaft mit dem Auftrag arbeiten, die Botschaft von „Filoxenia“ und die Gastfreundschaft Zyperns und seiner Menschen zu vermitteln, sind der Dreh- und Angelpunkt für das Gelingen der Ratspräsidentschaft.

Die Aufgaben der Freiwilligen und Kontaktpersonen, die von der Übergabe der  Akkreditierungsausweise über die Begleitung der Delegierten bis zur Vorbereitung anstehender Konferenzen reicht, sind schier endlos. Momentan helfen über 70 Freiwillige bei der zyprischen Ratspräsidentschaft und 41 Kontaktpersonen – ausschließlich  Beamte – ergänzen das Team.

Auch wenn sie bunt gefächert ist, denn sie besteht aus Universitätsstudenten, Akademikern und erfahrenen Beamten, ist es eine dynamische Gruppe, die stets Begeisterung ausstrahlt.

Erste Anlaufstelle

Die Kontaktpersonen  haben den Auftrag, die europäischen Delegierten während ihres Aufenthalts auf der Insel zu begleiten, ihre An- und Abfahrt für Flughafen, Hotel und Konferenzen  zu organisieren und bei der Verständigung zu unterstützen.
„Als wir über die Kontaktpersonen nachdachten, suchten wir nach Beamten, die das Maß an Engagement und Kontinuität mitbringen, das für diese Aufgabe erforderlich ist. Sprachkenntnisse waren auch eines der wichtigsten Kriterien“, sagt Evgenia Constantinou, Leiterin der Kontaktpersonen und Freiwilligen im Sekretariat der zyprischen Ratspräsidentschaft.

Neun europäische Sprachen werden von verschiedenen Mitgliedern des Kontaktteams gesprochen, darunter Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Tschechisch, Polnisch, Bulgarisch und Rumänisch. Englischkenntnisse wurden vorausgesetzt.
Für Irina Daniil, die Verbindungperson, die den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, während seines Besuchs in Zypern im Juli begleitete, gehört viel mehr zu einer erfolgreichen Konferenz als nur das Treffen.
„Es ist wichtig, bei den Besuchern einen guten Eindruck zu hinterlassen, dafür zu sorgen, dass sie sich wohl fühlen, weil sie in ihrer Muttersprache kommunizieren können, dass sie alles zur Verfügung haben, um ihre Arbeit effizient auszuüben, und dass sie sich zugleich wie zu Hause fühlen“, sagt Daniil.

„Der Gedanke, so eng mit der Europäischen Union zusammenzuarbeiten war unwahrscheinlich reizvoll. Es ist eine einzigartige Gelegenheit zu sehen, wie die EU-Ratspräsidentschaft funktioniert und Leute zu treffen, die man sonst nur im Fernsehen sieht“, erklärt Chrystalla Agathokleous, eine 20jährige Studentin der Europastudien und Freiwillige.

Die Jugend ergreift die Zügel

Während die europäischen Delegierten und Beamten im Rampenlicht der Medien stehen, die  für verschiedene Treffen nach Zypern kommen, ist bei den Freiwilligen viel Begeisterung gefragt, denn sie arbeiten hinter den Kulissen.
Die Freiwilligen werden abwechselnd an verschiedenen Informationspunkten in den Flughäfen in Larnaka und Pafos, im Konferenzzentrum “Filoxenia” in Nikosia (Lefkosia) und an anderen Konferenzorten auf der Insel eingesetzt. Sie begrüßen die Delegierten, überreichen die Akkreditierungsausweise und geben alle gewünschten Informationen.

„Im Konferenzzentrum tun wir im Prinzip alles, was notwendig ist, von der Begleitung der Dolmetscher bis zur Betreuung und Begleitung der Teilnehmer in die Konferenzräume“, sagt Christodoulos Stavrou, Student im dritten Studienjahr und Freiwilliger.
Die Mehrzahl der Freiwilligen ist Anfang zwanzig und Studenten an Universitäten in Zypern.
„ Die Ratspräsidentschaft ist eine einmalige Gelegenheit  und die Erfahrungen, die wir sammeln, sind sehr wertvoll. Wir sind ein Team aus jungen Leuten und stets in Aktion. Wir sind wirklich davon begeistert, bei der Ratspräsidentschaft helfen zu können“, meint Christodoulos.
„Es ist ermutigend, dass junge Menschen an der Ratspräsidentschaft aktiv teilhaben und dass sie die Zügel ergriffen haben. Das bedeutet, die Gesellschaft möchte die jungen Menschen in der vordersten Reihe der Ratspräsidentschaft sehen, und das kann nur gut sein”, sagt Antonia Papatheodoulou, eine Kontaktperson, die als Oberschwester im Allgemeinen Krankenhaus in Limassol tätig ist.

Schaffung eines starken Teams

Mit der Jugend im Mittelpunkt des reibungslosen Ablaufs der zyprischen Ratspräsidentschaft war die Pflege des Teamgeists einfach umzusetzen. Die Freiwilligen, die aus allen Teilen der Insel ausgewählt wurden, haben eine kurze Ausbildung absolviert und wurden darüber informiert, wie sie am besten die Gastfreundschaft der Insel vermitteln.

„Wir haben uns vor zwei Jahren zunächst an die Universitäten gewandt und anhand von Präsentationen erläutert, wonach wir suchen und dort stießen wir auf großes Interesse. Nach den Anträgen der Hochschulabsolventen starteten wir einen offenen Aufruf, auf den wir viele Reaktionen bekamen“, sagt Constantinou und erklärt, dass ein Reservesystem gemeinsam mit der großen Anzahl an Freiwilligen notwendig war, um die Anwesenheit des Personals an den Infopunkten auf beiden Flughäfen rund um die Uhr, auch für späte Ankünfte, zu gewährleisten.

Eine Erfahrung mit langfristigen Auswirkungen

Zum ersten Mal übernimmt Zypern die Führung im Rat der Europäischen Union und Freiwillige sowie Kontaktpersonen bringen ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass diese Erfahrungen für die beteiligten Freiwilligen langfristige Auswirkungen haben.
„Das ist eine einzigartige Erfahrung, die langfristige Auswirkungen haben könnte. Die Interaktion mit anderen Europäern wird den Zyprern die Augen öffnen“, meint Papatheodoulou.

Inmitten all ihrer Aufgaben will dieses begeisterte Team von Freiwilligen und Kontaktpersonen versuchen, vor allem zu erreichen, dass die Besucher die Insel mit einem bleibenden positiven Eindruck verlassen, mit einer Erinnerung an Zypern als „filoxenos“ Topos – einladender Ort.
Welche Rückmeldungen erhalten die Freiwilligen also von den europäischen Delegierten?

„Die meisten Besucher fragen uns über die Geschichte Zyperns und möchten etwas über die politische und wirtschaftliche Lage erfahren“, sagt Daniil und fügt hinzu, dass viele von ihnen durchaus das gute Wetter in Zypern genießen und bedauern, nicht länger bleiben zu können.
Der Begriff „Filoxenia” ist eine zentrale Botschaft der zyprischen Ratspräsidentschaft, die ihre Hoffnung  in ihre begeisterten Freiwilligen und Kontaktpersonen setzt, damit die Besucher unvergessliche Erinnerung mit nach Hause nehmen.




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