Donauraumstrategie: Wien als Drehscheibe
Schauplatz Wien: EU-Kommissar Johannes Hahn, Bürgermeister und Landeshaupt Michael Häupl, Infrastrukturministerin Doris Bures und ÖBB-Vorstand Christian Kern philosophieren über die Rolle Wiens im Zusammenhang mit der Donauraumstrategie der EU. Wachstum und Nachhaltigkeit verbinden Kulturen.

Bild: EC
Verbesserung der Verkehrssituation unabdingbar
EU-Kommissar J. Hahn bringt es auf den Punkt: Administrative und geographische Strukturen müssen an die neuen Herausforderungen adaptiert werden, um die Lebensbedingungen in den neuen Mitgliedsländern der EU zu verbessern. Dem neuen Zentralbahnhof in Wien kommt dabei eine tragende Schlüsselfunktion zu. Während Wien West als konventioneller Kopfbahnhof in seiner Aussage Richtung Endstation tendiert, symbolisiert in Zukunft ein hochmoderner Zentralbahnhof gleichsam als Drehscheibe Europas die neue Wachstumsstrategie. Die federführende Rolle Wiens belebt den Arbeitsmarkt und stärkt zugleich die Wirtschaft.
Donau: Kapazitäten erhöhen
Wasserstrassen gelten als die umweltfreundlichste Lösung für den Schwerverkehr. Es geht um effiziente Schnittstellen zwischen Strasse, Schiene und Wasser, nur so kann eine erfolgreiche Verknüpfung der Verkehrsträger erfolgen. Infrastrukturministerin D. Bures bestätigt, dass jährlich 10 Millionen Euro in den Erhalt der Fahrrinne der Donau investiert werden, um diese allzeit befahrbar zu halten. Dennoch – die Kapazitäten müssen erhöht werden. So soll die Kapazität mittelfristig verdoppelt werden, anders wird der zu erwartende Warenverkehr sind zu bewerkstelligen sein. Die Transportkorridore sollen gemeinsam mit den anderen Donauländern ausgebaut werden, modernste Technik soll maximale Sicherheit und größtmögliche Effizienz gewährleisten.
Vielfach problematische Infrastruktur
Andere Länder, andere Sitten: Die Infrastruktur der Schiene ist in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich entwickelt und muss vielfach als problematisch bezeichnet werden, so die Worte von C. Kern, ÖBB-Vorstand. Während in Österreich Durchschnittsgeschwindigkeiten von 60 bis 75 km/h realisierbar sind, bleibt es in den Nachbarregionen bei bescheidenen 25 km/h. Und das ist eine denkbar schlechte Argumentation, um neue Kunden zu gewinnen. Das Bahnsystem im Donauraum ist für die bevorstehenden Aufgaben nicht gerüstet, es fehlt vielfach an geeigneten Voraussetzungen sprich Kapital für strukturelle Massnahmen. Der Experte für die Schiene setzt auf einheitliche Standards und Normen, anders wird die bestehende Diskrepanz kaum überbrückbar sein. Das neue Bahnhofsprojekt gilt bereits heute als das Zentrum Europas, das derzeit enttäuschende Wachstum soll einen beträchtlichen Aufwind erfahren. Immerhin: Die ÖBB verfrachtet 12 Millionen Tonnen Güter und nimmt damit bereits heute eine Vorreiterrolle in der EU ein.
Wien in einer Schlüsselrolle
Bürgermeister M. Häupl setzt angesichts der bevorstehenden Herausforderungen auf eine effiziente Administration und Koordination. Die Donauraumstrategie ist mehr als nur ein weiteres Geldverteilungsinstrumentarium, in seinen Visionen soll die traditionsreiche Donaumetropole zum mitteleuropäischen Eisenbahnknoten avancieren. Doch bis es soweit ist, sind einige gar nicht so kleine Herausforderungen zu meistern. Die verbesserte Koordination unter den einzelnen Verwaltungsebenen ist Voraussetzung für den laufenden Wissensaustausch. Das gilt für die lokale Ebene ebenso wie für die Kooperationen der einzelnen Metropolen und ganzer Regionen, Netzwerken ist angesagt, um den Wissenstransfer effizient und sinnvoll zu gestalten. Kommunikation, Koordination und Monitoring spielen eine tragende Rolle im laufenden Prozedere, Erfolge wollen publikumswirksam präsentiert werden.
Chance für den Standort
Die aktuellen Projekte zur Strategie für den Donauraum eröffnen vielen Generationen gänzlich neue Perspektiven. Die modernisierte Verkehrsinfrastruktur ist erst der Anfang. Für die Wiener Bevölkerung liegen die Vorteile deutlich sichtbar auf der Hand. Sichere Arbeitsplätze und neue Infrastrukturen bewirken rundum verbesserte Lebensumstände und verbesserte Chancen, obwohl es von der gegenwärtigen Baustelle zum schmucken Vorzeigeobjekt noch ein langer Weg ist. Von dem Projekt Zentralbahnhof profitiert letztendlich der gesamte Donauraum.


















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