Donnerstag 20. Juni 2013, 10:37

Umwelt & Agrar

Donau Soja gibt neuen Kurs für Europas Eiweißpolitik vor

Die Weichen für eine nachhaltige europäische Eigenversorgung mit gentechnikfreiem Eiweiß wurden am 5. und 6. September 2012 beim ersten Internationalen Donau Soja Symposium in Wien gestellt. 270 Gäste aus den Donauländern von Bayern bis zum Schwarzen Meer diskutierten bei der gemeinsamen Veranstaltung der Vereine Donau Soja und Soja aus Österreich sowie der ARGE Gentechnik-frei über die Notwendigkeit einer europäischen Eiweißstrategie und deren rascher Umsetzung.

Donau Soja gibt neuen Kurs für Europas Eiweißpolitik vor
Donau Soja gibt neuen Kurs für Europas Eiweißpolitik vor
Bild: Verein Donau Soja/APA-Fotoservice/Pauty
Derzeit importiert Europa jährlich rund 23 Mio. Tonnen Sojaschrot und 12,5 Mio. Tonnen Sojabohnen – überwiegend aus GVO-Anbau – aus Übersee. Und der Bedarf an Soja, sowohl bei Speisesoja, als auch in der Futtermittelindustrie, steigt weiter. Bei den Konsumenten besonders gefragt ist allerdings gentechnikfreies Soja.  „Eine fatale Abhängigkeit“, wie Matthias Krön, Obmann und Initiator der jungen Initiative Donau Soja unterstreicht, „Hier wollen wir mit dem Donau Soja Programm gezielt gegensteuern und im konstruktiven Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Investition in die Produktion von nachhaltigem und gentech¬nikfreiem Soja aus der Donauregion verstärken“, skizziert Krön den neuen Kurs in der europäischen Eiweißpolitik.

Starke Allianz für Import-Unabhängigkeit und kontrollierte Soja-Qualität

Kröns zukunftsweisenden Kurs wollen auch Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, die Agrarlandesräte Stephan Pernkopf (NÖ), Andreas Liegenfeld (B) und Max Hiegelsberger (OÖ), der Wiener Landwirtschaftskammerpräsident Franz Windisch sowie der Obmann der ARGE-Gentechnik-frei Markus Schörpf einschlagen. Sie alle unterzeichneten am 6. September die Donau Soja Erklärung, mit der der Startschuss für gemeinsamen Anbau, Kontrolle und Vermarktung von Donau Soja gefallen ist und in der auch die notwendigen politischen Rahmenbedingungen festgeschrieben wurden.

GAP soll Anreize für verstärkten Anbau von Eiweißpflanzen bieten

Erklärtes Ziel neben verstärkter Forschung zum Sojaanbau in der Donauregion und dem Aufbau eines lückenlosen Kontroll¬systems zur Sicherstellung nachhaltiger Produktions- und Verarbeitungsprozesse ist in erster Linie der Ausbau der Eiweißpflanzenproduktion in Europa. So soll der Soja-Anbau in der Donauregion – inklusive Norditalien, doch ohne Europas größtem Sojaproduzenten, der Ukraine – in den nächsten fünf Jahren von derzeit rund 350.000 auf bis zu 1,7 Mio. Hektar (entspricht etwa fünf Mio. Tonnen) mehr als vervierfacht werden. „Das bedarf enormer Anstrengung“, sagt Matthias Krön im Gespräch mit EU-Infothek, „Es ist aber durchaus realistisch, dass wir die errechneten Potenziale ausschöpfen können.“ Langfristig könnten es sogar zehn Mio. Tonnen werden. Ermöglichen sollen das auch entsprechende Anreize im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). „Flächenstilllegungen wie sie die Europäische Kommission fordert, vergrößern die Importabhängigkeit. Ich schlage daher vor, dass der Anbau von Leguminosen und damit auch der Sojaanbau als Greening-Maßnahme bei der Ökologisierung der GAP anerkannt wird. Damit können wir mehrere positive Effekte auf einmal erzielen: Wir verringern die Importabhängigkeit und es kommt zu einer diversifizierten Fruchtfolge. Damit wird weniger Stickstoffdünger eingesetzt“, unterstützt auch Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich, unter dessen Ehrenschutz das Symposium stand, die Forderungen. Weiters will die Initiative die Zusammenarbeit von Partnerländern und Regionen in Europa intensivieren und Programme zum Wissenstransfer sowie Best-Practice Modelle entwickeln, um den Sojaanbau überregional zu unterstützen. Mit Qualitätsstandards wie Gentechnik-Freiheit, transparenter Rückverfolgbarkeit, regionalem Anbau und nach¬haltiger Produk¬tion soll die Marke Donau Soja für Konsumenten eine ökologische Alternative zum Import-Soja werden.
 


 




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