Digitale Umstellung: Kleine Kinos brauchen die EU
Digitale Ausrüstung ist für kleine unabhängige Kinos zu teuer, um bei der digitalen Revolution mithalten zu können, heißt es in einer am Mittwoch angenommenen Resolution. Die Abgeordneten fordern spezifische EU-Subventionen, damit die Kinos in Produktion und Archivierung von 3D-Projektion, HDTV oder Blue-Ray-Technologie investieren können.

Bild: Metro-Goldwyn-Mayer
Förderung des Filmerbes
Die weltweit voranschreitende Umrüstung der Kinosäle von analoger auf digitale Abspieltechnik setzt die Programm- und Regionalkinos unter Druck. Die Kosten für die Digitalisierung eines Kinosaals belaufen sich auf rund € 80.000. Filmverleihe liefern inzwischen fast nur noch digitale Kopien und keine Filmrollen mehr. Deshalb müssen auch die Kinos ihre Vorführtechnik umrüsten, um die „Ware“ Film projizieren zu können. Für viele Programmkinos wegen der hohen Investitionskosten eine Überlebensfrage.
Die größte Herausforderung für europäisches Kino heutzutage besteht darin, die Zahl der Kinogänger in unabhängigen Programmkinos in Kleinstädten und ländlichen Gegenden, die finanziell besonders gefährdet sind, zu erhöhen. Ihnen sollte geholfen werden, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten zu können, sagen die Abgeordneten. Die Resolution hebt zudem hervor, wie wichtig digitales Archivieren ist, um nationales und europäisches Filmerbe zu erhalten und zeigen zu können. Die Abgeordneten fordern die EU-Mitgliedstaaten auf, notwendige legislative Maßnahmen zu ergreifen, während sie gleichzeitig sicher stellen, dass die Urheberrechte beachtet werden.
Österreichweite Digitalisierungsförderung für Programm- und Regionalkinos
Ein klares Bekenntnis zur Förderung von Programm- und Regionalkinos hat das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) abgegeben und stellt österreichweitinsgesamt max. € 1.000.000 für die Digitalisierung von Kinos zur Verfügung,€ 500.000 für die Programmkinos und € 500.000 für die Regionalkinos. Ziel derFörderung ist es, den Programmkinos und damit der unabhängigen, künstlerischenund gesellschaftskritischen Filmprogrammierung die Zukunft zu sichern. Ein zweitesZiel ist es, die anspruchsvolle Programmierung in den Regionen und damitaußerhalb urbaner Zentren zu gewährleisten und der fortschreitenden Konzentrationder Kinos in den Ballungsräumen entgegen zu wirken. „Bei allem Glanz und Erfolg des österreichischen Films der letzten Jahre, ist es wesentlich, auch die Anliegen der Kinos ernst zu nehmen. Filme benötigen Plattformen, das reine Unterstützen der Filmproduktion reicht nicht aus,“ so Kulturministerin Schmied. Die Auszahlung der Mittel erfolgt im Jahr 2011 und 2012. Derzeit geht das BMUKK davon aus, dass bis zu 125 Säle mit Hilfe dieser Maßnahmen digitalisiert werden können.
„Eine lebendige Kinolandschaft in ganz Österreich ist mir wichtig. Filme müssen ihr Publikum auch in den Regionen erreichen und deshalb bin ich stolz darauf, dass das BMUKK auch den Regionalkinos € 500.000 für die Digitalisierung zur Verfügung stellen wird, “ zeigt sich Kulturministern Schmied erfreut.


















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