Freitag 18. Mai 2012, 19:42

Digitale Agenda


Digitale Agenda: EU-gefördertes Projekt hilft Bürgern, über das Fernsehgerät, den PC und die Apps sozialer Netze ihren Energieverbrauch zu vergleichen und zu verringern

Brüssel, 17. Februar 2012 – Bürger und Unternehmen verschwenden häufig Energie, da sie nicht wissen, welche Geräte und welche Lampen die meiste Energie verbrauchen. Ein von der EU gefördertes Projekt, das in Großbritannien und Bulgarien getestet wurde, unterstützt Verbraucher beim Umdenken – an einem Display können diese ihren Energieverbrauch ablesen und anhand der Informationen ihren Energieverbrauch um durchschnittlich 8 % senken.

Waschmaschinen sind die größten Energieschlucker im Haushalt
Waschmaschinen sind die größten Energieschlucker im Haushalt
Bild: Clemens Fabry
Das DEHEMS-Projekt „Digital Environment Home Energy Management System“ zeigt, dass Verbraucher, die mehr Informationen über ihren Energieverbrauch haben und diesen mit ihren Nachbarn und ihrer Familie vergleichen können, eher dazu bereit sind, ihr Verhalten zu ändern. Das von der EU geförderte System zeigt alle sechs Sekunden die Verbrauchsdaten über ein kleines digitales Display an. Die Daten können auch in Echtzeit über einen Fernsehbildschirm, ein Handy, einen PC oder ein App sozialer Medien abgelesen werden.

Das Wissen über den Energieverbrauch ist gering

In Interviews mit 1000 Personen in Großbritannien und Bulgarien wurde festgestellt, dass nur 17 % der Befragten wussten, welches Gerät den höchsten Energieverbrauch hat: die Waschmaschine. Daraus ergab sich die Annahme, dass zusätzliche Daten den Verbrauchern helfen dürften, bei ihrem Energieverbrauch bewusstere Entscheidungen zu treffen. Bei der DEHEMS-Konsole handelt es sich um eine Anzeige auf einem frei stehenden Monitor oder auf verschiedenen Handgeräten, Smartphones und dem PC. Die Konsole kann den durchschnittlichen täglichen Energieverbrauch entsprechend der Zahl der Schlafzimmer, der Zahl der Bewohner und der Art der Immobilie anzeigen.

Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Neelie Kroes, sagte hierzu: „Die Menschen treffen bewusstere Entscheidungen, wenn sie besser informiert sind. Das DEHEMS-Projekt zeigt, dass sich der Energieverbrauch Europas mit sehr einfachen Mitteln verringern lässt.“

Das DEHEMS-System könnte in den nächsten Jahren richtungsweisend sein. Im Handel sind mittlerweile zwei Produkte erhältlich: Der „Energyhive“ (www.energyhive.co.uk) und dessen Netz, das es Mitgliedern ermöglicht, rund um die Uhr über einen Web-Browser einen Echtzeit-Überblick über ihren häuslichen Energieverbrauch zu erhalten, und „Greenica“ (www.greenica.net), das speziell auf Haushalte, Schulen und Kleinunternehmen ausgerichtete Produkte anbietet. Dank einer Partnerschaft zwischen Hildebrand und IBM werden das DEHEMS-Projekt und die daraus gewonnenen Erkenntnisse bald von Unternehmen in ganz Europa und weltweit genutzt. Der Einsatz im großen Stil ist bei Smart Grid Australia (mit 50 000 Haushalten) und einer Fernwärme-Initiative in Camden, London, geplant. Nicht zuletzt prüft auch die Family House Association in Birmingham angesichts der bisherigen Ergebnisse den Einsatz der DEHEMS-Technologie.

Weitere Informationen

Das DEHEMS-Projekt, dessen Gesamtbudget sich auf 3.728.473,- EUR belief, wurde von der EU mit 2.878.434,- EUR unterstützt. An dem Projekt beteiligten sich verschiedene europäische Kommunalbehörden, Privatunternehmen und Hochschulen:

  • Vereinigtes Königreich: die Stadtverwaltungen von Manchester, Birmingham und Bristol; Clicks and Links Ltd; die Universität Coventry; Hildebrand Technology Ltd; die Universität Salford

  • Bulgarien: Gemeinde Ivanovo; Energieagentur Plovdiv; Rousse-Universität,

  • Rumänien: Institute e-Austria Timisoara; Technische Hochschule von Cluj-Napoca

Nützliche Links:

DEHEMS website
DEHEMS Projektzusammenfassung für Bürger
DEHEMS
Datenblatt
DEHEMS Broschüre
DEHEMS Video


 




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