Die ÖVP will im EU-Parlament einen neuen Anfang setzen
Nach den Turbulenzen, in die die ÖVP durch den Bericht der britischen „Sunday Times“ über „korruptionsgefährdete“ EU-Politiker geriet, die zum Rücktritt von Ex-Innenminister Ernst Strasser führten sowie den durch eine Finanz- und Spesenaffäre ausgelösten Mandatsverzicht der EU-Parlamentarierin Hella Ranner, hofft die Volkspartei auf einen „neuen Anfang“.

Bild: EVP-ED Fraktion

Bild: Europäisches Parlament
Strenge Richtlinien für die EU-Parlamentarier
Der von Karas intern vorgelegte Katalog umfasst unter anderem folgende Punkte:
- Es wird eine Arbeitsgruppe zur Verbesserung des bereits existierenden "Code of Conduct“ geben. Diese Arbeitsgruppe wird von Hubert Bösch, Franz Fiedler, Martina Gredler und Heinrich Neisser unter dem Dach des unabhängigen, überparteilichen Bürgerforums "Europa 2020" geleitet. Die ÖVP-Delegation wird dort aktiv mitarbeiten.
- Bis zur Vorlage eines neuen „Codes of Conduct“ werden alle bestehenden Verpflichtungen lückenlos erfüllt, dazu gehört u.a. die Offenlegung der Nebenbeschäftigungen und Nebeneinkünfte etc., wie sie die Geschäftsordnung des Parlaments und der Verhaltenskodex der Kommission für Interessenvertreter vorsieht.
- Es wird ein verpflichtendes Register für Interessenvertreter (Lobbyisten) erstellt werden. In diesem Register müssen sich die Lobbyisten eintragen und angeben, welche Interessen sie vertreten.
- Es soll zu keinem generellen Berufsverbot für Parlamentarier kommen, aber ein Verbot von bestimmten Berufen geben, so zum Beispiel ist entgeltliches, gewerbliches Lobbying unvereinbar mit dem Mandat. Die Unvereinbarkeitsregeln müssen generell strenger werden.
- Wenn ein Abgeordneter einen parlamentarischen Antrag oder eine parlamentarische Anfrage an einen fachlich zuständigen Abgeordnetenkollegen weiterleiten will, muss er persönlich Kontakt aufnehmen und Absender, Motiv, Ziel und Begründung bekanntgeben. Tut er das nicht, wird das Anliegen nicht bearbeitet.
- Die ÖVP-Delegation wird nur noch solche parlamentarischen Anträge und parlamentarischen Anfragen einbringen, die auch eine sachliche Begründung enthalten.
Den Auftrag, den sich neu formierte Delegation der ÖVP beim Europäischen Parlament gegeben hat, klingt ambitioniert: „Nur durch Aufrichtigkeit werden wir glaubwürdig. Nur durch Aufrichtigkeit können wir Vertrauen zurückgewinnen. In den letzten Wochen ist Vertrauen zerstört worden. Deshalb wollen wir die Glaubwürdigkeit der Politiker und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik wieder herstellen.“


















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