Die europäische Ariane 5-Rakete, das derzeit erfolgreichste Trägersystem
Gestern um 22.54 Uhr MESZ ist zum 50. Mal in Folge eine Ariane 5 erfolgreich gestartet. Der europäische Schwerlast-Träger hatte zwei Kommunikationssatelliten - INTELSAT 20 und HYLAS 2 - an Bord.

Bild: ESA/CNES/Arianespace
Ariane 5 - das derzeit erfolgreichste Trägerraketensystem
Der Flug VA208 der Ariane 5 am 2. August 2012 ist bereits der vierte Start in diesem Jahr. Insgesamt starteten damit 64 Ariane 5-Trägersysteme. Für das laufende Jahr sind noch weitere drei Ariane-Starts geplant. "Mit dem 50. erfolgreichen Start in Folge zeigt der europäische Raumtransport erneut, dass er eine Spitzenposition einnimmt: Dies ist die beste Bilanz aller momentan weltweit eingesetzten Trägersysteme“, erläutert Denis Regenbrecht vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. "Die Ariane setzt Standards an Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit und ist eines der Vorzeigeprojekte der technologischen Zusammenarbeit in Europa.“
1987 beschloss der EG-Ministerrat die Entwicklung des Schwerlast-Trägersystems Ariane 5, 1996 erfolgte der erste Start. In den vergangenen 16 Jahren transportierte die Rakete nicht nur über 100 Satelliten und Raumsonden ins Weltall, sondern beförderte auch die drei ATVs (Automated Transfer Vehicle) "Johannes Kepler“, "Jules Verne“ und im März 2012 "Edoardo Amaldi“ zur Internationalen Raumstation ISS. Alle Starts der Ariane 5 werden vom Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana durchgeführt.
Die Entwicklung der Trägersysteme wird von den Teilnehmerstaaten am Ariane-Programm finanziert. Insgesamt beteiligten sich zwölf Länder an der Entwicklung.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt koordiniert die deutschen Interessen
Die deutsche Industrie hält dabei fast 20 Prozent am Bau der Ariane 5. Deutschland ist somit ein unverzichtbarer Partner im Ariane-Programm der europäischen Raumfahrtorganisation ESA. Das DLR-Raumfahrtmanagement organisiert dabei im Auftrag der Bundesregierung die deutsche Beteiligung an den europäischen Trägerprogrammen und vertritt die deutschen Interessen im internationalen Rahmen.
Im DLR ist das Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen am Ariane 5-Programm beteiligt: Dort testen Ingenieure sowohl Triebwerke der laufenden Ariane-Produktion als auch Triebwerke, die in Zukunft an dem Trägersystem zum Einsatz kommen sollen. So wurden zum Beispiel die Qualifizierung der Vulcain-Triebwerke und die Flugabnahme des Aestus-Triebwerks in den DLR-Prüfständen in Lampoldshausen durchgeführt. Das künftige Oberstufentriebwerk Vinci wird zudem unter Weltraumbedingungen für seinen Einsatz im All getestet. Die Partner aus der Industrie, EADS Astrium und MT Aerospace, liefern unter anderem die Triebwerksbrennkammern, sind für die Integration der Oberstufe und die Produktion der Boostergehäuse verantwortlich.
Perspektiven für Österreich
Österreich ist bis jetzt an der Entwicklung und dem Bau der europäischen Trägerraketen nur mit einem sehr bescheidenen Beitrag vertreten. Lediglich ein Gelenk zu Bewegung des Hauptantriebes wurde in Österreich entwickelt. Das soll sich in Zukunft aber ändern. Ende Juni fand in Wien eine Veranstaltung statt, zu der das ESA Direktorat „Launchers“ einlud. Bei dieser Informationsveranstaltung für die österreichische Industrie ging es in erster Linie um die Identifizierung von industriellen Beteiligungsmöglichkeiten Österreichs in den beiden von der ESA vorgestellten Programmen. Mögliche Kooperationen sollten durch bilaterale Gespräche zwischen österreichischen Akteuren und Vertretern der ESA dadurch auf den Weg gebracht werden.


















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