Donnerstag 23. Mai 2013, 01:38

Energie & Ressourcen

Deutschland: Preistreiber Ökostromumlage

Strompreiserhöhung in Deutschland: Die Ökostromumlage steigt 2013 um volle 47 % und erreicht ein Rekordniveau. Der Preis für Ökostrom liegt über den Markttarifen, die Verbraucher müssen mit 60 Euro Mehrkosten pro Jahr rechnen. Bundeswirtschaftsminister Rösler verlangt eine Senkung der Stromsteuer.  

Deutschland: Preistreiber Ökostromumlage
Deutschland: Preistreiber Ökostromumlage
Bild: Thorben Wengert/pixelio.de
Deutschland. Die Energiewende stockt, die Preise steigen. Die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien steigt 2013 auf astronomische 5,28 Cent / kWh, gegenwärtig liegt sie bei vergleichsweise harmlosen 3,59 Cent / kWh. Die deutschen Netzbetreiber argumentieren mit einer steigenden Einspeisung von Ökostrom ins Netz. Die Kosten für die Energiewende explodieren, Philipp Rösler (FDP) schäumt und verlangt eine spürbare Senkung der Stromsteuer, um die Verbraucher zu entlasten. Er sieht keinen ernsthaften Grund darin, die teure Planwirtschaft auf Dauer fort zu führen. Der Krach in der Bundesregierung eskaliert, Umweltminister Altmaier legt sich quer. Es hagelt Schuldzuweisungen. Das EEG braucht eine radikale Reform, darüber herrscht seltene Einigkeit. Die Reform zu verschleppen reduziert die Akzeptanz der Energiewende, doch der Umweltminister setzt auf deutsche Gründlichkeit und den Faktor Zeit, er will die Energiewende in geordnete Bahnen lenken um damit endlich die erforderliche Planungssicherheit für Investoren zu schaffen.

Schnelle Energiewende spart Geld

Es sind definitiv nicht die Erneuerbaren Energien, welche die Preise in die Höhe treiben, sonder einzig die EEG-Umlage, welche die kostenreduzierende Wirkung der Erneuerbaren verzerrt. Der Förderungsanteil macht dabei weniger als die Hälfte der Umlage aus. Die EEG-Umlage wird durch ausgeweitete Privilegien für die Industrie enorm belastet und könnte um 1,4 Cent / kWh reduziert werden, wenn alle Stromverbraucher berücksichtigt werden, zumal erneuerbare Energien ein Dämpfungsfaktor für die Börsepreise darstellen. Die steigenden Vergütungszahlungen für den Ausbau von Offshore-Windanlagen machen sich ebenso bemerkbar wie Marktprämien für erneuerbare Energie, so Eurosolar Deutschland. Die steigenden Kosten für fossile Energieträger und Kernkraft werden gesund gerechnet und trüben die Bilanz der Erneuerbaren. Kein Wunder, dass Betreiber konventioneller Kraftwerke energisch gegen die verordnete Energiewende rebellieren und das EEG blockieren.

Quersubventionen verteuern EEG

Das EEG darf getrost als transparente Lösung zur Implementierung der erneuerbaren Energien in den Strommix betrachtet werden, sofern es von unnötigen Kostenstellen befreit wird und die Grundprinzipien in den Vordergrund rücken. Vorrang, Abnahmepflicht und feste Vergütungssätze für erneuerbare Energie gelten als Garantie für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Die EEG-Umlage ist nichts anderes, als eine von der Politik künstlich ausgeweitete, jedoch versteckte Industrieförderung, wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) argumentiert. Die Kostenersparnis der Erneuerbaren hingegen wird an Verbraucher nicht weitergegeben, die Inflation wir künstlich angeheizt. 

Spannend wird es, wenn Brüssel die Quersubventionen für konventionelle Energieträger als unzulässig klassifiziert. Doch dafür bräuchte es vermutlich etwas mehr Transparenz im aktuellen System.             


 




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