Deutschland: Kurzschluss bei Energiewende
Bereits seit einiger Zeit gehen in Deutschland beim Thema Erneuerbare Energie die Wogen hoch. Umweltfreundliche Solarkraft erfährt einen ziemlich ruppigen politischen Dämpfer. Die Verantwortung wird hin und her geschoben, um Kompetenzen wird gezankt. Und alle tanzen um die Fördertöpfe. Das sorgt für reichlich Spannung.

Bild: fs-h.de
Wende am Ende?
Schatten für die Photovoltaik und Turbulenzen rund ums Windrad: So sieht angesichts der aktuellen Lage die Zukunft für erneuerbare Energie in Deutschland aus. Und das sorgt für reichlich Aufreger, sowohl bei der Solarwirtschaft als auch in der Bevölkerung – es kam zu lautstarken Protesten wie vermutet. Doch die Kürzungen im Solarbereich sind nicht der einzige Stein des Anstoßes – vielmehr wird die Energiewende nicht annähernd wie vorgesehen vorangetrieben. Energieexperten verweisen in diesem Zusammenhang auf die lahmende Novelle der Gebäudesanierung und der Richtlinie für Energieeffizienz. Gleiches trifft auch für das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz zu – es gibt einfach kein Vorankommen in diesen Belangen. Die Subventionskürzungen werden zudem, so geben Experten bereits jetzt zu bedenken, reichlich Arbeitsplätze kosten.
Vorbild Japan
Das katastrophengeschüttelte Land hat mittlerweile 52 der 54 Kernkraftwerke vom Netz genommen, es ist gelungen, den Stromverbrauch im innerhalb eines Jahres um volle 18 Prozent zu reduzieren. Doch Deutschland hat den endgültigen Atomausstieg trotz drängender, weil ungelöster Atommüllprobleme einfach verschlafen. Auf reichlich schöne Worte folgen keine Taten. Ebenso wird der konsequente Umstieg auf erneuerbare Energien von Schwarz-Gelb hartnäckig blockiert, sichtlich hat die mächtige Lobby der Energiekonzerne ein Machtwort gesprochen und Merkel und Co. in die Knie gezwungen, anders ist die gegenwärtig zögerliche Haltung kaum erklärbar. Wenn hier kein baldiges Umdenken einsetzt, scheint die deutsche Energiewende nachhaltig zu scheitern.
Ausnahmeregeln für energieintensive Industrie
Die Energiekonzerne sind über Konkurrenz naturgemäß nicht sehr erbaut, und so verwundert es keineswegs, dass die Strompreiserhöhungen dem Ausbau der erneuerbaren Energiequellen zugeordnet werden. Nur sehr zögerlich hingegen fallen Antworten aus, wenn es um energieintensive Schwerindustrie geht. Zahlreiche Ausnahmeregelungen verhindern, dass diese sich an den Kosten der Energiewende beteiligen müssen. Wie könnte es auch anders sein: Die Rechnung zahlt wie immer der Kunde sprich Endverbraucher, die Mächtigen können es sich richten.
Solarförderung kostet 70 Euro pro Jahr
Etwa 2 Cent pro kw/h kostet dem Verbraucher die Solarförderung, das macht in etwa 70 Euro pro Jahr an Mehrkosten für den heiß umkämpften Ökostrom. Im Sinne einer gesunden Umwelt ist das nicht sehr viel. Doch angesichts der unzähligen Ausnahmeregeln für die Industrie, die sich gekonnt abputzt, sind die Wogen der Empörung durchaus begreifbar. Hier gibt es offensichtliche Schwachstellen im System, denn während die einen erst gar nicht mitzahlen wollen, bangen andere um ihre Marktanteile. Die Argumente sind teils haarsträubend, denn trotz des geringen Anteils von Solarstrom wird von Problemen für die Netze argumentiert. Verständlich, dass die Solarwirtschaft angesichts des rauen (Polit)-Klimas um ihre Zukunft bangt. Uns so bleibt vorerst ein einziger Lichtblick, nämlich Windkraft.


















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