Deutschland: Europäischer Umweltpreis für Stromsparcheck
Die vom Bundesumweltministerium geförderte Aktion „Stromspar-Check“ erhielt in Brüssel den Sustainable Energy Europe Award in der Kategorie Verbraucher. Damit wird sie als „exzellentes Beispiel“ für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die Preise wurden von EU-Kommissar Günther Oettinger verliehen.

Bild: birgitH/pixelio.de
Hartz-IV bringt 140.000 Tonnen CO2-Einsparung
Rund 50.000 einkommensschwache Haushalte in Deutschland können bare Münze sparen. Im bundesweiten Projekt „Stromspar-Check“ haben die Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld in vielen Städten und Kreisen die Gelegenheit, mit einem Stromspar-Check die laufenden Energie- und Wasserkosten um ca. 126 Euro pro Jahr zu reduzieren. Trotz einer wenn auch minimalen Erhöhung der Grundsicherung ist im Regelsatz so gut wie kein Budget für Strom vorhanden, die Einsparungen bedeuten für die Betroffenen in vielen Fällen eine merkbare Erleichterung. Immerhin sind alleine bei Strom Einsparungen bis zu 13 Prozent realisierbar.
650 Stromsparhelfer im Einsatz
In über 80 Städten sind rund 650 qualifizierte StromsparhelferInnen für den Stromspar-Check im Einsatz. Energieeffizienz wir groß geschrieben. Was für die einen bares Geld bedeutet, ist für die 162 ehemaligen Langzeitarbeitslosen eine gute Gelegenheit, am ohnehin kritischen Arbeitsmarkt wieder so richtig Fuß zu fassen. Die frisch ausgebildeten Energiesparmeister haben wieder eine Perspektive, die Prüfung zum Serviceberater für Energie- und Wasserspartechnik verbessert ihre Chancen in der Berufswelt – die Umwelt lacht. Und der ohnehin gerupfte deutsche Steuerzahler darf zur Abwechslung erleichtert aufatmen.
Symbiose aus sinnvoller Sozialpolitik und Klimaschutz
Da Kommunen die Wasser- und Heizkosten von Hartz IV-Empfängern tragen, bedeutet der Check eine spürbare Einsparung. Die eigentlich reichlich geniale Aktion des Deutschen Caritasverband und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) verbindet effizient arbeitsmarktpolitische, sozialpolitische und umweltpolitische Ziele. Das überaus praxistaugliche Projekt wurde 2008 gestartet und findet reichlich Anklang und viele Nachahmer. Zudem könnte es vielerorts als sinnvolles Vorbild für eine nachhaltige Arbeitsmarkpolitik dienen, da für das Thema Umweltschutz relativ schnell Begeisterung zu erwecken ist.
Lobende Worte von P. Altmaier
Anlässlich der Preisverleihung fand Bundesumweltminister Peter Altmaier reichlich lobende Worte für das Projekt. „Ich freue mich außerordentlich, dass dieses praxisnahe und überaus sinnvolle Projekt derart gewürdigt wird. Die Aktion Stromspar-Check beweist eindrucksvoll, dass mit Beratung und kostengünstigen Maßnahmen die Effizienz in unseren Haushalten enorm gesteigert werden kann. Dass damit Langzeitarbeitslosen eine Perspektive geboten wird, ist eine bemerkenswerte und vorbildliche Symbiose von Klimaschutz und Sozialpolitik, “ so der Minister wörtlich.
Der bundesweite „Stromspar-Check“ des Deutschen Caritasverbandes und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) wird bereits seit 2008 vom Bundesumweltministerium aus Mitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Insgesamt umfasst das Fördervolumen bisher rund 13,2 Millionen Euro.


















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