Montag 20. Mai 2013, 19:43

Gesundheit

Designerdrogen in Europa auf dem Vormarsch

Der Konsum von Cannabis und Kokain geht in Europa zurück, doch dafür sind Designerdrogen auf dem Vormarsch. Vor allem unter Jugendlichen und jungen Menschen sind neue, psychoaktive Drogen sehr populär, heißt es im Jahresbericht der EU-Drogenbeobachtungsstelle.

Designerdrogen in Europa auf dem Vormarsch
Designerdrogen in Europa auf dem Vormarsch
Bild: yeahyeahilove/flickr.com
Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte Droge in Europa, schreibt die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) in ihrem Jahresbericht, den EBDD-Direktor Wolfgang Götz am 27. November im Innenausschuss des Europaparlaments vorstellte. Rund 23 Millionen Menschen in Europa zwischen 15-64 Jahren konsumierten demnach 2011 Cannabis.

An zweiter Stelle rangiert Kokain mit rund 4 Millionen Nutzern. Ecstasy und Amphetamine wurden von jeweils rund 2 Millionen Menschen konsumiert, Opiate von rund 1,4 Millionen. Die tödlichste Droge in Europa bleibt aber Heroin, aber auch hier geht der Verbrauch zurück.

Designerdrogen

"Legal highs" hingegen werden immer beliebter. Gemeint sind ungeregelte, psychoaktive Inhaltsstoffe, die ähnliche Effekte hervorrufen wie klassische Drogen, aber von der Drogengesetzgebung noch nicht abgedeckt werden. Wird ein Wirkstoff verboten, ändern die Hersteller die chemische Zusammensetzung geringfügig und umgehen so Kontrollen.

Im Internet sind diese Drogen unter harmlosen Namen wie "Forschungschemikalien", "Badesalze" oder "Pflanzennahrung" zu finden. Jede Woche tauchen neue Substanzen auf dem Markt auf. "Der Drogenmarkt ist dynamisch, innovativ und anpassungsfähig. Nur mit gezielten Investitionen lässt sich dieses Problem bekämpfen', erklärte EBDD-Direktor Götz im Parlament.

Gegen Drogen

Doch in Krisenzeiten fällt es vielen Staaten schwer, die notwendigen Investitionen für den Kampf gegen neue Drogen zu mobilisieren. Die EU-Strategie für die Jahre 2005-2012 basierte auf dem Versuch, Angebot und Nachfrage einzuschränken. Mit einem Frühwarnsystem versuchen die EU-Staaten sich gegenseitig vor neuen Drogen zu warnen. Die Strategie für die Jahre 2013-2020 soll verstärkt auf internationale Zusammenarbeit und Forschung ausgerichtet werden.

Der italienische Christdemokrat Salvatore Iacoliono forderte während der Debatte, "Drogenabhängigkeit im Kontext anderer Abhängigkeiten zu betrachten". Nur so ließe sich das Problem lösen. Die deutsche Sozialdemokratin Birgit Sippel will vor allem die Zusammenarbeit innerhalb der EU verbessern, neue Gesetze seien dafür nicht notwendig. "Wir sollten uns auf die Prävention konzentrieren."
 


 




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