Sonntag 24. September 2017, 08:54

Technologie, Forschung

In der EU sind Frauen in der Forschung immer noch unterrepräsentiert

Obwohl der Anteil der Forscherinnen in Europa wächst, sind Frauen in wissenschaftlichen Disziplinen und Laufbahnen nach wie vor unterrepräsentiert. Dies ist die Aussage der neuesten Ausgabe des Berichts „She Figures“, den die Europäische Kommission veröffentlicht hat.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: „Trotz einiger in den letzten Jahren erzielter Fortschritte sind Frauen in der Forschung weiterhin eine Minderheit, und eine „gläserne Decke“ trennt vor allem Frauen von Spitzenpositionen. Dies ist eine gravierende Ungerechtigkeit und eine skandalöse Verschwendung von Talenten. In ihren Forschungsprogrammen bemüht sich die Kommission, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern, und sie arbeitet darauf hin, eine tief verwurzelte institutionelle Kultur zu verändern.“

Dem vorgelegten Bericht zufolge liegt der Frauenanteil an den Forschenden im Hochschulsektor bei rund 40 %, im staatlichen Sektor bei 40 % und im Unternehmenssektor bei 19 %. Obwohl die Zahl der Forscherinnen in allen Sektoren schneller gestiegen ist als die Zahl ihrer männlichen Kollegen (Forscherinnen: jährlich +5,1 %, Forscher: +3.3 % im Zeitraum 2002 bis 2009), haben Forscherinnen noch immer Schwierigkeiten, Führungspositionen zu erreichen. In der EU kommt in den wissenschaftlichen und administrativen Leitungsgremien im Durchschnitt auf jeweils zwei Männer nur eine einzige Frau.

Unterrepräsentation der Frauen in den Bereichen Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften

Im Jahr 2010 lag der Anteil der weiblichen Studierenden (55 %) und Absolventinnen (59 %) über dem Anteil der männlichen Studierenden und Absolventen, doch die Zahl der männlichen Doktoranden und promovierten Hochschulabsolventen war höher als die Zahl der weiblichen Doktoranden und promovierten Hochschulabsolventinnen (49 % bzw. 46 %). Bei der Betrachtung der akademischen Laufbahnentwicklung lässt sich zudem feststellen, dass 44 % der promovierten Forscher in der ersten Laufbahnstufe Frauen sind, dass der Frauenanteil in der höchsten Laufbahnstufe jedoch nur 20 % beträgt. Die Unterrepräsentation der Frauen ist in Bereichen wie den Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften noch ausgeprägter.

Die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern ist eine der wichtigsten Prioritäten der Kommission für die Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums (EFR). Die Kommission hat die Mitgliedstaaten zur Beseitigung der Hindernisse aufgefordert, die der Einstellung, dem Verbleib und der Laufbahnentwicklung von Forscherinnen entgegenstehen. Außerdem ist die Kommission bestrebt, gegen ein unausgewogenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen vorzugehen.




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