Das Gottesteilchen: EP-Anhörung zum Ursprung unseres Universums
Lange wurde über die Existenz des Higgs-Boson, auch Gottesteilchen genannt, spekuliert. Vor wenigen Monaten folgte die Sensationsmeldung aus dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN: das Gottesteilchen existiert (wahrscheinlich). Jetzt sprachen die Physiker Peter Higgs und François Englert im Europaparlament über die Bedeutung dieser Entdeckung und die letzten Geheimnisse des Universums.

Bild: Swansea University/flickr.com
Bei weitem nicht, erklärte Peter Higgs, der als einer der ersten die Existenz des Gottesteilchens postuliert hatte. "Wir sind weit entfernt vom Ende der Forschung", erklärte auch François Englert, der vor rund 30 Jahren, zeitgleich mit Higgs, die Existenz des Higgs-Boson vorhergesagt hatte. Ungelöst sei etwa die Frage nach dem Wesen Dunkler Materie, aus der 90 % des Universums besteht. Es wäre daher "unklug", nun Forschungsbudgets zu kürzen, sagte Higgs mit wissenschaftlicher Zurückhaltung.
Speerspitze des wissenschaftlichen Fortschritts
Ansonsten würde Europa, das jahrhundertelang Speerspitze des wissenschaftlichen Fortschritts war, weiter hinter die Vereinigten Staaten zurückfallen. Doch Professor Englert gab sich optimistisch. Im 20. Jahrhundert habe die USA bei Forschungsfragen dominiert. "Aber was Grundlagenforschung angeht, haben sich die Dinge verändert", erklärte Englert. "Es gibt in den USA nichts was sich mit dem CERN vergleichen ließe."
CERN ist das führende Zentrum, stimmte Peter Higgs zu. US-Amerikanische Forscher würden noch heute darunter leiden, dass sich der US-Kongress in den 90er Jahren gegen einen geplanten Teilchenbeschleuniger in Texas ausgesprochen hatte. "Mit den Mitteln, die derzeit in den USA investiert werden, wäre eine Entdeckung wie im CERN nicht möglich gewesen."
Es wäre daher "unklug" im kommenden EU-Rahmenhaushalt die Mittel für Forschung und Entwicklung zu kürzen, sagte Higgs mit britischer Zurückhaltung. Der Belgier Englert bezeichnete die vom EU-Rat vorgeschlagenen Kürzungen etwas drastischer als "eine Katastrophe".


















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