Countdown für zweiten Start von Galileo-Satelliten
Der Countdown hat bereits begonnen: Um 18.15 Uhr UTC sollen der dritte und der vierte Galileo-Satellit von Europas Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) aus starten. Dieses zweite Paar EADS-Astrium-Satelliten wird an Bord einer von Arianespace gesteuerten Sojus-Rakete in ihre Umlaufbahnen geschossen. Die aus vier Satelliten bestehende Anfangskonstellation ist damit bereit für die Validierung und Feinjustierung des Systems, bevor ab 2013 weitere 22 Satelliten hinzukommen.

Bild: EC
Erste Dienste ab 2014
Die Europäische Kommission wird den Start genau überwachen, da sie die Gesamtverantwortung für das Galileo-Programm trägt, das für die Erbringung seiner ersten Dienste ab 2014 genau im Zeitplan liegt.
Antonio Tajani, der für Industrie und Unternehmertum zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, dazu: „Galileo wird den Hoffnungen gerecht, die wir in dieses Programm gesetzt haben. Europa ist im Bereich der Weltraumtechnologie führend. Den Herstellern satellitengestützter Produkte und Anwendungen eröffnet Galileo handfeste Geschäftschancen. Die Unternehmen in der EU sollten bereit sein, ihre Chancen zu nutzen und diesen Massenmarkt zu erschließen. In der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation brauchen wir dringend Raumfahrt-Investitionen.“
Hervorragende Qualität der Galileo-Signale
Eine Analyse der Galileo-Signale zeigt deutlich, dass das System in der Lage ist, ein besonders hohes Dienstniveau zu erreichen. Forscher des französischen Weltraumforschungszentrums CNES (Centre National d’Etudes Spatiales) haben die Ortungsdaten der bereits in der Erdumlaufbahn kreisenden Galileo-Satelliten untersucht. Im Mai 2012 wurden die beiden letztes Jahr gestarteten operativen Galileo-Satelliten und die beiden Versuchssatelliten Giove A und B getestet. Tests in Kombination mit GPS‑Satelliten ergaben ebenfalls, dass sich die Ortungsgenauigkeit mit Galileo erheblich verbessert hat.
Wachstumsimpulse für Satellitentechnologie-Märkte
Die EU-Investitionen in die Satellitennavigationstechnologie werden den europäischen Unternehmen einen weltweiten Markt eröffnen. Das Marktvolumen dieser Branche beträgt derzeit 124 Mrd. EUR und dürfte bis 2020 auf voraussichtlich 250 Mrd. EUR anwachsen. Galileo bietet Absatzmöglichkeiten für ein breites Spektrum an Anwendungen für viele Akteure der europäischen Wirtschaft, wie z. B. Stromnetzbetreiber, Logistikunternehmen, die Finanzmärkte, die Schifffahrtsindustrie, Rettungsdienste und friedenserhaltende Missionen. Der gesamtwirtschaftliche Nutzen wird sich in den kommenden 20 Jahren voraussichtlich auf rund 90 Mrd. EUR belaufen (Quelle: GSA-Studien über Marktüberwachung und -prognose).
Galileo ist das Programm der Europäischen Kommission zur Entwicklung eines globalen Satellitennavigationssystems unter ziviler europäischer Kontrolle. Galileo wird mit dem US‑amerikanischen GPS und dem russischen Glonass kompatibel sein. Einige Galileo-Dienste werden mit GPS und Glonass interoperabel sein, dabei aber von beiden unabhängig bleiben.


















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