Mittwoch 22. November 2017, 11:48

Interviews


Charlotte Geiger: Keine implizite Staatsgarantie mehr für ‚systemrelevante‘ Banken

Charlotte Geiger von Finance Watch fordert im Interview mit EU-Infothek eine Trennung der normalen Geschäftstätigkeit von Banken und der spekulativen Handelsaktivitäten, die das Bankensystem in seiner Gesamtheit gefährden.

Charlotte Geiger von Finance Watch
Charlotte Geiger von Finance Watch
Bild: Finance Watch
Vor zwei Jahren wurde die Organisation „Finance Watch“ als zivilgesellschaftlicher Gegenpol zur mächtigen Brüsseler Bankenlobby ins Leben gerufen. Charlotte Geiger, Kommunikationsreferentin der Organisation, erklärt, warum die geplante Bankenunion nach Ansicht von Finance Watch keine Lösung für das Problem der ‚systemrelevanten‘ Großbanken sein kann. Die aktuell diskutierte Bankenstrukturreform soll auch das Problem der impliziten Staatsgarantien beseitigen, von dem die systemrelevanten (‚too big to fail‘) Banken profitieren, und das den Wettbewerb verzerrt.

Geiger bewertet die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels zur Bankenunion und erklärt, ob man jetzt guten Gewissens ausschließen kann, dass bei Bankenrettungen in der Zukunft die Steuerzahler wieder bluten müssen oder dass sich ein Fall Zypern wiederholt. Sie beantwortet auch die Frage, ob die europäische Bankenunion dazu führen wird, dass die Banken sich wieder verstärkt auf die Erfüllung ihrer Kernaufgaben konzentrieren.

Ein weiteres Thema ist das heftige Lobbying der Banken- und Finanzbranche gegen die Finanztransaktionssteuer und das Gegenlobbying von Finanz Watch und seiner Mitgliederorganisationen.




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