Freitag 24. Mai 2013, 17:28

Umwelt & Agrar

Bodenversiegelung gefährdet Ökosystem

Gute Neuigkeiten aus Brüssel: Die Europäischen Kommission präsentiert neue Leitlinien mit  Strategien, Vorschriften und Planungsmodellen um die biologische Vielfalt zu schützen. Zum Schutz unserer Böden verlangen die adaptierten Neuregelungen nebst einer intelligenteren Raumplanung auch wasserdurchlässige Bodenmaterialien.

Bodenversiegelung gefährdet Ökosystem
Bodenversiegelung gefährdet Ökosystem
Bild: BMLFUW/Kern
Der Hauptursache für die kontinuierliche Verschlechterung der Bodenbeschaffenheit in der EU soll mit einer neuen Strategie begegnet werden. Die neue Verordnung basiert auf bewährten Praktiken zur Begrenzung, Milderung und Kompensation der bislang üblichen Bodenversiegelung, welche häufig fruchtbares Ackerland betroffen hat und vielfach Ursache für Überschwemmungen aber auch Wasserknappheit war. Informationskampagnen sind ebenso vorgesehen wie adaptierte Rechtsvorschriften, Strategien,  Finanzierungsmodelle und lokale Planungsinstrumente. Es ist, zumindest aus theoretischer Sicht, mit einer nachhaltigen Besserung der Lage zu rechnen.

Ressourcenverlust als Herausforderung

Umweltkommissar Janez Potočnik liefert weise Argumente: „Der Verlust von Bodenressourcen durch die Urbanisierung und die Umgestaltung unserer Landschaft ist für Europa eine der größten ökologischen Herausforderungen. Es ist dringend notwendig, diese wertvolle Ressource klüger zu nutzen, um dafür zu sorgen, dass ihr unverzichtbarer Nutzen künftigen Generationen erhalten bleibt. Wir können unsere Chancen auf eine nachhaltige Zukunft nicht einfach zupflastern.“

Intelligente Raumplanung gegen Bodenversiegelung

Europa gilt als der am stärksten urbanisierte Kontinent der Welt. Wenn wir so weiter machen wie bisher, haben wir in 100 Jahren ein Gebiet vernichtet sprich versiegelt, das in Summe der gemeinsamen Fläche von Frankreich und Spanien entspricht. Diese Tatsache wirkt bedrohlich. Es erfordert eine sehr besonnene Vorgansweise, um einerseits die Entwicklung der Infrastruktur nicht zu stören, zugleich  aber besonderes Augenmerk auf die ökologische Komponente zu legen, da Bodenschäden üblicherweise zu Dauerschäden führen. Die Begrenzung der Landschaftszersiedelung dämpft diese Problematik bis zu einem gewissen Grad, vorausschauendes Planen ist angebracht. Die Wiedererschliessung verlassener Industriegebiete beispielsweise ist ein weiterer, relativ einfacher Schritt in die richtige Richtung. Die Verwendung wasserdurchlässiger Materialien anstelle von Zement oder Asphalt mildert die Problematik ebenfalls, ebenso die verstärkte Nutzung natürlicher Wasserauffangsysteme. 

Nachhaltigkeit fördern

Seitens der Kommission wird bereits im Vorfeld der neuen Leitlinien betont, wie wichtig der integrierte Ansatz zur Raumplanung ist. Das beinhaltet auch die Mobilisierung ungenutzter Ressourcen. Selbst aktuelle Finanzierungen bezüglich Infrastrukturentwicklung werden einer Prüfung unterzogen, die Reduktion der Erschliessungsausgaben auf kommunaler Ebene kann ebenfalls zur Lösung der Problematik beitragen. Subventionen die nicht der Nachhaltigkeit dienen, sollen gestrichen werden. Das klingt ganz nach neuer Sparsamkeit.

Leitfaden für Behörden

Die neuen Richtlinien richten sich an die Behörden sowohl auf regionaler, lokaler und nationaler Ebene und sollen zudem die breite Öffentlichkeit auf die problematische Lage aufmerksam machen und eine adäquate Sensibilisierung bewirken. Bei der Ausarbeitung der EU-Politiken bis 2020 sollen die Auswirkungen der Landnutzung berücksichtigt werden und die Landnahme so konzipiert werden, dass bis 2050 netto kein Land mehr verbraucht wird. Und das wiederum klingt angesichts der steigenden Bevölkerungsdichte und auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft irgendwie bedrohlich.


 




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