Montag 20. Mai 2013, 19:35

Gesundheit

Biopiraterie: Genetische Ressourcen in Entwicklungsländern schützen

Immer mehr neue Medikamente basieren auf Pflanzenextrakten oder pflanzlichen Wirkstoffen. Doch indigene Völker, die oftmals als erste die Heilkräfte bestimmter Pflanzen entdecken, werden selten an den Gewinnen beteiligt. Der Entwicklungsausschuss des Europäischen Parlaments verabschiedete einen Bericht der französischen Grünen-Abgeordneten Catherine Grèze über Maßnahmen gegen Biopiraterie.

Roter Sonnenhut
Roter Sonnenhut
Bild: sabine koriath /PIXELIO/©www.pixelio.de
Seit Jahrhunderten wurde z. B. das Rosafarbene Zimmerimmergrün (Catharanthus roseus) als traditionelles Heilmittel genutzt. Sein Wirkstoff findet sich seit kurzem auch in einem Medikament gegen Leukämie. Traditionelle pflanzliche Heilmittel sind für viele Pharmazeutik-Unternehmen zu einer wichtigen Quelle für neue Medikamente geworden.

Die indigenen Völker, die oft als erste auf die Heilpflanzen aufmerksam werden, erhalten aber selten einen Anteil der Profite. Teilweise wird sogar ihr Zugang zu traditionellen Heilmitteln durch Industriepatente erschwert. Unter dem Namen Biopiraterie findet sich das Problem nicht nur in der Medikamentenbranche, auch Unternehmen, die neue Früchte und Gemüsesorten entwickeln, greifen auf traditionelle Pflanzen zurück.

Negativ für wirtschaftlichen Fortschritt in Entwicklungsländern

Solche Biopiraterie, fürchten Kritiker, könnte den wirtschaftlichen Fortschritt in Entwicklungsländern negativ beeinflussen. Auch bevorzugt die aktuelle Gesetzeslage Firmen; traditionelles Wissen  lässt sich hingegen nur schlecht schützen.

Um dieses Ungleichgewicht zu beheben, sollte die EU es Entwicklungsländern leichter machen, das genetische Erbe ihres Landes und ihr traditionelles Wissen zu schützen, schlägt Catherine Grèze vor.  So sollte sich die EU etwa dem UN-Nagoya Protokoll anschließen, mit dem die Profite aus genetischen Ressourcen fairer und gleichberechtigt verteilt werden sollen.

Auch die Vergabe von Patenten sollte neugeregelt werden. Wer ein Patent beantragt, müsste in Zukunft nachweisen, woher die neuen Inhaltsstoffe stammen und das sie auf faire und legale Weise bezogen wurden. Der Berichtsentwurf fordert auch, Entwicklungsländer bei der Schaffung von Einrichtungen zu unterstützen, die helfen traditionelle Wirkstoffe und genetische Ressourcen vor Ort zu nutzen.

Bild: sabine koriath/PIXELIO/©www.pixelio.de


 




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