Montag 21. April 2014, 07:58

Gesundheit

Besserer Schutz vor Chemikalien, die Hormonhaushalt angreifen

Die Zahl von Erkrankungen durch Hormone hat in den vergangenen 20 Jahren stetig zugenommen. Sogenannte endokrine Disruptoren könnten einer der Gründe sein. Die schwedische Sozialdemokratin Åsa Westlund fordert niedrigere Grenzwerte für potenziell gefährliche Chemikalien. Am Mittwoch stimmt der Umweltausschuss über ihren Bericht ab.

Besserer Schutz vor Chemikalien, die Hormonhaushalt angreifen
Besserer Schutz vor Chemikalien, die Hormonhaushalt angreifen
Bild: Der Vagabund/flickr.com
Steroide, Pestizide, Dioxine - all diese Giftstoffe beeinflussen das menschliche Hormonsystem, das sogenannte endokrine System. Die Auswirkungen können schwerwiegend sein, regulieren Hormone doch eine Vielzahl von Körperfunktionen wie etwa das Immunsystem. Selbst das Verhalten eines Mensachens wird durch Hormone beeinflusst.

In ihrem Bericht zählt Åsa Westlunds mögliche Folgen von hormonstörenden Stoffen auf, etwa verschlechterte Spermienqualität, der frühere Eintritt in die Pubertät und ein häufigeres Vorkommen von Missbildungen an den Geschlechtsorganen.

Komplexe Wechselwirkungen

Erschwert wird die Situation durch die begrenzten Kenntnisse über das hormonelle System bei Mensch und Tier. Auch sind viele Menschen unterschiedlichsten Chemikalien ausgesetzt, was zu komplexen Wechselwirkungen führen kann.

Gerade angesichts dieser Unsicherheit dürfe nicht gezögert werden, fordert Westlund. "Selbst wenn wir nicht alle Antworten kennen, wissen wir doch genug, um diese Substanzen nach dem Vorsorgeprinzip zu reglementieren", begründet die Berichterstatterin Westlund ihre Forderung nach schärferen Regeln.

Kinder und Jugendliche schützen

Vor allem Kinder, Jugendliche und Schwangere müssten mit raschen Maßnahmen geschützt werden. So sollten Stoff mit hormonstörenden Eigenschaften in Hautpflegemitteln, Textilien und Spielzeugen nur begrenzt eingesetzt werden, fordert Westlund.

Auch für den Bau oder die Einrichtung von Schulen oder Kindergärten müssten höhere Sicherheitsanforderungen gelten. Schließlich sollte auch die Schaffung geeigneter Tests zur Ermittlung hormonstörender Stoffe in geltendem EU-Recht verankert werden.
 




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