Backstage EU
Im Zuge der Regierungsverhandlungen nach den Nationalratswahlen 2008 wurden in einem Side Letter einige Sondervereinbarungen, so auch anstehende Personalentscheidungen, festgehalten. Eine betraf die Nominierung des EU-Kommissars nach den EU-Wahlen 2009.

Bild: Dieter Zirnig
Dass nun Molterer mit den im Vorstand der Europäischen Investitionsbank (EIB) freiwerdenden Posten, der Österreich aufgrund des Rotationsprinzips zusteht, belohnt werden soll, ist nur Teil einer größeren Posten-Rochade. Dass Molterers Name schon jetzt an die Öffentlichkeit gelangte, war so nicht geplant, weil im Hintergrund noch verschiedene Überlegungen laufen.
Rennen um internationale Top-Jobs

Bild: Franz Fischler Consult
ÖNB - Tumpel-Gugerell soll Nowotny nachfolgen
Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzender Faymann hätte daher selbst gerne einen Vorschlag für die EIB in die Diskussion gebracht, was ihm die ÖVP mit der Nennung Molterers vereitelte. Auf SPÖ-Seite steht vorerst nur der Job des Gouverneurs der Österreichischen Nationalbank zur Disposition. 2013 läuft der Vertrag von Ewald Nowotny aus. Nowotny, der zu diesem Zeitpunkt bereits 69 Jahre alt sein wird, würde gerne noch, so heißt es, eine weitere Periode anschließen. Er wollte daher Gertrude Tumpel-Gugerell, Gattin von AK-Präsident Herbert Tumpel, die im Juni aus dem Vorstand der Europäischen Zentralbank ausscheidet, in die EIB hinweg loben und sich damit eine echte Konkurrentin vom Hals schaffen. Tumpel-Gugerell, ist Jahrgang 1952, ihr werden beste Qualitäten nachgesagt und sie genießt die volle Unterstützung der SPÖ-Spitze. Sie wird schon seit längerer Zeit daher als nächste Nationalbank-Gouverneurin gehandelt. Das Problem ist nur, wie kann sie, wenn sie im Sommer 2011 aus Frankfurt nach Österreich zurückkehrt, die Zeit bis 2013 überbrücken?


















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