Freitag 18. Mai 2012, 19:31

Soziales & Arbeit


Arbeiten in Österreich muss für Qualifizierte anziehend werden

Das EU-Parlament verlangt die Aufhebung der Zugangsbeschränkungen für rumänische und bulgarische Arbeitnehmer in Österreich. Mit dem heutigen Beschluss fordert das Europäische Parlament von den Mitgliedstaaten, Hindernisse für die Mobilität von Arbeitnehmern zu beseitigen und schlägt Maßnahmen vor wie vereinfachte Behördenverfahren, bessere Vergleichbarkeit von Schul- und Hochschullehrplänen und Förderung von Fremdsprachen.

Rot weiß rot-Karte
Rot weiß rot-Karte
Bild: GNU-FLD
Speziell gefordert wird eine Aufhebung der Übergangsbeschränkungen für den freien Verkehr von Arbeitnehmern aus Rumänien und Bulgarien, die elf EU-Länder - darunter Österreich - verhängt haben. Derzeit wohnen und arbeiten nur 2,3% der EU-Bürger in einem anderen Mitgliedstaat als dem, dessen Staatsbürgerschaft sie besitzen. 17% beabsichtigen jedoch, in der Zukunft von der Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU Gebrauch zu machen.

"Wissensbasierte und exportabhängige Volkswirtschaften wie Österreich sind auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen. Trotzdem hat Österreich ohne sachliche Rechtfertigung aus rein innenpolitischen Gründen das EU-Grundprinzip der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der Union für zwei Mitgliedsländer eingeschränkt. Es darf keine EU-Bürger zweiter Klasse geben", fordert der EVP-Fraktionsvize Othmar Karas anlässlich der heutigen Abstimmung im EU-Parlament über Maßnahmen zur Förderung der Mobilität der Arbeitnehmer in der EU. Karas entschuldigte sich im EU-Parlament bei den Rumänen und Bulgaren für das Verhalten Österreichs ihnen gegenüber. Der beschäftigungspolitische Sprecher der ÖVP im Europäischen Parlament Heinz K. Becker fügt hinzu: "Gerade wenn wir wie jetzt händeringend nach Wachstumsmöglichkeiten suchen und uns Fachkräfte fehlen, sollten wir die internen Potenziale in der EU nutzen. Wenn Arbeitnehmer mobiler werden, haben sie mehr Auswahl an Arbeitsplätzen und Arbeitgeber haben mehr Auswahl an Arbeitnehmern. Bisher geschieht in der EU aber noch zu wenig, um die Mobilität zu fördern."

Rot-Weiß-Rot-Card für Drittstaaten

In Bezug auf Arbeitnehmer aus Drittstaaten betonen Karas und Becker, dass Österreich seit der Einführung der Rot-Weiß-Rot-Card eines der "modernsten und fortschrittlichsten kriteriengeleiteten Zuwanderungssysteme" nicht nur EU-weit, sondern auch weltweit habe. Dies sei ein Verdienst der Bundesregierung und der Sozialpartner. "Damit haben wir jetzt alle rechtlichen Möglichkeiten, damit qualifizierte Arbeitskräfte auch von außerhalb der EU nach Österreich kommen können. Das allein reicht aber nicht. In Österreich zu arbeiten muss nicht nur möglich, sondern auch attraktiv und anziehend für Gebildete und Hochqualifizierte werden", fordert Heinz K. Becker und betont: "Wir brauchen mehr Arbeitnehmermobilität innerhalb Österreichs und innerhalb der EU. Und von außerhalb der EU brauchen wir Qualifizierte." Leider sei auch in Österreich "in vielen Köpfen noch der alte Protektionismus verwurzelt, der nicht mehr den Anforderungen der jetzigen wirtschaftlichen Situation entspricht", so die beiden EU-Parlamentarier.

 

 


 




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