Freitag 19. Dezember 2014, 23:37

Telekommunikation & Verkehr

Änderungen im Führerscheingesetz ab 19. Jänner

Mit 19. Jänner 2013 tritt die neue EU-Führerscheinrichtlinie in Kraft. Hier kommt es nach wie vor zu großen Verunsicherungen. Die Änderungen betreffen das Dokument Führerschein, die neue Klasse AM, die Motorrad-Ausbildung, Änderungen bei der L17-Ausbildung sowie die Anhänger-Bestimmungen.

Änderungen im Führerscheingesetz ab 19. Jänner
Änderungen im Führerscheingesetz ab 19. Jänner
Bild: oeamtc.at
So werden ab 19. Jänner nur noch Führerscheine nach einheitlichem EU-Modell ausgegeben. Diese haben eine Gültigkeitsdauer von 15 Jahren. "Für die Verlängerung sind keine zusätzlichen Anforderungen geplant - es ist keine ärztliche Untersuchung oder behördliche Prüfung erforderlich. Ältere Führerscheine bleiben noch bis längstens 18. Jänner 2033 gültig und müssen vorher nicht umgetauscht werden", stellt die ÖAMTC-Juristin klar. Neu im Scheckkartenführerschein ist die Klasse AM, da ab 19. Jänner auch für das Lenken von Mopeds und vierrädrigen Leichtkraftfahrzeugen ein Führerschein ausgestellt wird.

Dreistufige Motorrad-Ausbildung ab 16 Jahren

Die Motorrad-Ausbildung besteht ab 19. Jänner aus einem dreistufigen Modell. Die Klasse A1 kann bereits mit 16 Jahren erworben werden. Sie erlaubt das Fahren mit Motorrädern bis maximal 125 ccm und 11 kW (15 PS). Die Klasse A2 kann mit 18 Jahren erworben werden und gestattet das Fahren von Motorrädern bis maximal 35 kW (48 PS). Die Klasse A erlaubt das Lenken aller Motorräder ohne Beschränkung und kann entweder nach zwei Jahren Besitz der Klasse A2 (also frühestens mit 20 Jahren) erworben werden - oder wie bisher als Direkteinstieg (ohne Vorbesitz von A2) mit 24 Jahren.

Der Umstieg von A1 auf A2 sowie von A2 auf A erfolgt nicht automatisch. "Nach zwei Jahren Besitz und einmalig absolviertem Mehrphasentraining in der jeweiligen Klasse - A1 oder A2 - ist für den Umstieg in die nächste Stufe ein weiterer Ausbildungsschritt notwendig: Hier kann man frei wählen, ob man ein praktisches Fahrtraining mit sieben Lektionen absolvieren oder eine Fahrprüfung machen möchte", erklärt die ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka.

Unverändert bleibt der Erwerb der Klasse A für alle ab 24 Jahren - sie können mittels Direkteinstieg die offene Klasse machen. Unberührt von den Änderungen bleibt auch die Klasse B Code 111. "Wer fünf Jahre ununterbrochen im Besitz der Führerscheinklasse B war, kann nach einem praktischen Training mit sechs Einheiten Motorräder bis maximal 125 ccm Hubraum und maximal 11 KW (15 PS) lenken", so Zelenka.

L17-Ausbildung - Start schon mit 15,5 Jahren

Die L17-Ausbildung kann man ab 19. Jänner 2013 schon mit 15,5 Jahren beginnen. Vorteilhaft ist, dass durch die kombinierte Ausbildung L17 und A1 ab 15,5 Jahren die Fahrschüler den Theoriekurs in der Fahrschule im Paket absolvieren können. "Alleine fahren ist mit dem Auto aber weiterhin erst mit dem vollendeten 17. Lebensjahr erlaubt", hält die ÖAMTC-Juristin fest.

Pkw und Anhänger - mehr Praxis, keine Prüfung

Bei den Pkw-Anhängerbestimmungen kommt es zu einer Vereinfachung. "Um Gespanne bis 4,25 Tonnen lenken zu dürfen, wird ab Jänner 2013 lediglich ein Training im Ausmaß von sieben Stunden nötig sein, und nicht wie bisher ein Erwerb der Führerschein-Klasse BE", erklärt die ÖAMTC-Expertin.
 




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