Mittwoch 22. Mai 2013, 04:46

Reportagen

„Abhängigkeit bei Soja ist größer als bei Öl“ – Donau-Soja soll Eiweißlücke in Europa schließen

Eine bessere Eigenversorgung mit Eiweißfuttermitteln in der EU – das ist das Ziel des neu gegründeten Vereins „Donau Soja“. Jährlich werden EU-weit rund  eine Mio. Tonnen Soja produziert. Für die Fleischproduktion müssen aber weitere 33 Mio. Tonnen aus Übersee importiert werden. „Die EU hat bisher praktisch gar nichts getan, um diese Eiweißlücke zu schließen“, so Matthias Krön, „Donau Soja“-Obmann und Vereinsobmann „Soja aus Österreich“.

Bayerns Staatsminister Helmut Brunner und oö. Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger präsentieren das neue Logo "Donau Soja".
Bayerns Staatsminister Helmut Brunner und oö. Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger präsentieren das neue Logo "Donau Soja".
Bild: BZ/Wallner
Gemeinsam mit Österreichs Soja-Bundesland Nr. 1 Oberösterreich, Bayern und Niederösterreich fordert Krön eine Eiweiß-Strategie für den europäischen Markt. „Die Abhängigkeit bei Soja ist größer als bei Öl“, verdeutlicht Krön die Dringlichkeit.

„Soja-Goes-East“-Strategie: Ausweitung der Anbauflächen in Osteuropa

Eiweißpflanzen für Futtermittel sind in der gesamten EU Mangelware. Um nicht mehr von Importen – hauptsächlich aus den USA, Brasilien und Argentinien – abhängig zu sein, will der Verein „Donau Soja“ die Ausweitung der Soja-Anbauflächen entlang der Donau als überregionales europäisches Projekt umsetzen. Vor allem osteuropäische Länder sollen verstärkt in die Produktion einsteigen und die heimische Landwirtschaft mit gentechnikfreiem Sojaschrott beliefern. Geeignete Flächen für den Anbau der Hülsenfrucht gäbe es Pflanzenbau-Studien zufolge genug. Auf rund 2,7 Mio. Hektar könnten die Donauanrainerländer – bei einem Ertrag von 2,5 Tonnen pro Hektar –  immerhin zehn bis 15 Prozent der europäischen Sojaproduktion stellen.

„Länder wie Serbien, Kroatien und Ungarn, aber auch bestimmte Gebiete in Bosnien und Rumänien eignen sich für den Anbau, weil Soja Wärme und Wasser braucht“, so Vereinsobmann Matthias Krön. Auch Flächen in der Ukraine würden sich anbieten, hier gebe es aber Probleme mit gesetzlichen Regelungen zum Anbau von GVO-freiem Saatgut. Ein entscheidender Punkt, denn Donau-Soja ist keine spezielle, neu gezüchtete Sorte sondern vielmehr ein Qualitätsprogramm, wie Krön erklärt: „Es geht um die drei definierten Qualitätskriterien regionale Herkunft, garantierte Gentechnikfreiheit und Nachhaltigkeit. Die Marke Donau Soja soll den Konsumenten Sicherheit geben.“

Forschungsmittel durch Lizenzvergabe und EU-Gelder lukrieren

Auch wenn es die eine Donau-Sojabohne nicht gibt, so müsse doch intensiv an der Züchtung geeigneter Sorten geforscht werden. „Gentechnikfreie Sojaforschung für unsere Region gibt es nicht. Für Europa müssen erst neue Sorten entwickelt werden“, so Krön. Das Donau-Soja-Konzept sieht vor, durch die Lizenzvergabe der Marke Einnahmen zu lukrieren, die direkt in die Forschung fließen. „Wir werden etwa 300.000 bis 400.000 Euro an eigenen Geldern aufstellen können und versuchen, das zu verdoppeln.“ Neben nationalen Stellen will Krön auch die Fördertöpfe der EU anzapfen. Damit soll das Soja-Know-How in Österreich, einem der sichersten Herkunftsländer für hochwertiges, GVO-freies Soja, ausgebaut und im Rahmen der „Soja-Goes-East“-Strategie an die neuen Anbau-Länder weitergegeben werden.

Österreich ist drittgrößter Soja-Produzent in der EU

Österreichs Landwirtschaft belegt mit knapp 100.000 Tonnen innerhalb der EU den dritten Platz bei der Soja-Produktionsmenge nach Italien mit 735.000 Tonnen und Frankreich mit 165.000 Tonnen. Auch Europaweit verweist mengenmäßig nur mehr Serbien mit 504.000 Tonnen die Alpenrepublik aus den Top 3 der Sojaländer. Obwohl der Anbau in den letzten Jahren massiv gesteigert wurde müssen für die rot-weiß-rote Fleischproduktion jährlich rund 570.000 Tonnen Sojaschrott im Wert von bis zu 200 Mio. Euro importiert werden. Zwar könnten die Flächen mittelfristig von derzeit 37.500 auf 50.000 Hektar ausgeweitet werden, die Sojaerträge auf heimischen Äckern sind durch die klimatischen Bedingungen und die Topografie aber begrenzt auf 150.000 bis 200.000 Tonnen pro Jahr.

Greening-Maßnahmen sollen ab 2013 Impulse für Soja-Anbau liefern

Um die österreichische und europäische Eiweißlücke bei Futtermitteln zu schließen sollen neben der „Soja-Goes-East“-Strategie auch im Rahmen der geplanten Greening-Maßnahmen in der GAP (Gemeinsamen Agrarpolitik) ab 2013 Impulse für den Anbau gentechnikfreien Sojas gesetzt werden. Demnach soll Soja-Anbau auf Ökobracheflächen möglich sein. Diese Forderungen stellten Bayerns Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forst Helmut Brunner und der oö. Agrarlandesrat Max Hiegelsberger kürzlich in einer gemeinsamen Erklärung an die EU-Kommission.
 


 




Richtig bearbeitetes Grünland kann die dreifach Sojafläche

Sehr geehrtes Sojabündnis,

in Ihren Ausführungen bestätigen Sie selbst, dass Sojaanbau in EU Proteinbedarf nicht decken kann.
Im Futterhauptlastbereich, wie in der Schweinemast ab 20 kg LG kann Grasvitalstoff die Proteinversorgung stellen und das nur bei 14% RP / kg Futter.

Jedoch für die Kleintiere ist Soja nötig, hier kann auch das hochpreisige Soja aus heimischer Produktion dienen.

Ich bitte doch um Zusammenarbeit, weiter Patentanmeldung erfolgt

Mit freundlichen Grüßen

Michael Schneider Mehr Grünland GmbH & Co. KG i. Gr.

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