48 Länder gründen weltweites Bündnis gegen Kindesmissbrauch im Internet
Am 5. Dezember startet Cecilia Malmström, EU-Kommissarin für Inneres, gemeinsam mit US-Justizminister Eric Holder ein Globales Bündnis gegen sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet. Diese Initiative soll Entscheidungsträger in der ganzen Welt zusammenbringen, um die Opfer leichter zu identifizieren, besser zu unterstützen und die Täter zu verfolgen.

Bild: CFalk/pixelio.de/©www.pixelio.de
Die am Bündnis beteiligten Länder verpflichten sich zu einer Reihe politischer Ziele. Dank der verstärkten internationalen Zusammenarbeit wird es möglich sein, den sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet wirksamer zu bekämpfen.
Verantwortung, die Kinder weltweit zu schützen
„Hinter jedem einzelnen Bild eines missbrauchten Kindes verbirgt sich ein hilfloses, ausgebeutetes Opfer. Wenn diese Bilder online zirkulieren, sind sie nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Es liegt in unserer Verantwortung, die Kinder weltweit zu schützen und die Täter vor Gericht zu bringen, egal von wo aus sie operieren. Dies können wir aber nur erreichen, wenn wir uns zusammentun und unsere Maßnahmen weltweit koordinieren", so die für Inneres zuständige Kommissarin Cecilia Malmström.
„Mit dieser internationalen Initiative bündeln wir unsere Ressourcen, um mehr Täter zur Rechenschaft zu ziehen, mehr Missbrauchsopfer zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass sie Hilfe und Unterstützung erhalten,” so US-Justizminister Holder. „Unser globales Bündnis baut auf den Erfolgen früherer grenzüberschreitender Polizeieinsätze auf, mit denen internationale Pädophilennetze zerschlagen wurden. So können wir weltweit einen besseren Schutz für unsere Kinder sicherstellen.“
Schätzungen zufolge kursieren im Internet derzeit mehr als eine Million Bilder von sexuell ausgebeuteten und missbrauchten Kindern. UNODC zufolge kommen jedes Jahr 50.000 neue Bilder hinzu.
Kein Land der Welt kann dieses schreckliche Phänomen allein bekämpfen, da die kriminellen Netze dahinter grenzüberschreitend operieren und sich den mangelnden Informationsaustausch und die rechtlichen Schlupflöcher innerhalb der einzelnen Länder und zwischen ihnen zunutze machen. Die internationale Zusammenarbeit ist daher von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern im Internet wirksam zu untersuchen und die Täter besser zu ermitteln und zu verfolgen.
Globales Bündnis: mehr Engagement für bessere Ergebnisse
Bei der morgigen Auftaktkonferenz werden die teilnehmenden Länder eine Reihe politischer Verpflichtungen eingehen, insbesondere:
• Bessere Identifizierung der Opfer sowie Gewährleistung von Beistand, Unterstützung und Schutz;
• Intensivere Bemühungen zur Untersuchung von Kindesmissbrauch im Internet und zur Identifizierung und Verfolgung der Täter;
• Stärkere Sensibilisierung der Kinder für die Gefahren bei der Internetnutzung, einschließlich der Eigenherstellung von Bildern sowie der Methoden, derer sich Pädophiler bedienen, um sich mit ihren potenziellen Opfern anzufreunden (Grooming);
• Eindämmung der Verfügbarkeit von Material über Kindesmissbrauch im Internet und Verhinderung, dass Kinder erneut zu Opfern werden.
Die einzelnen Länder sollen dann auf nationaler Ebene die geeigneten Maßnahmen ergreifen und regelmäßig darüber berichten.
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