Sonntag 19. Mai 2013, 06:05

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40 Prozent der Briten laut Umfrage für EU-Austritt

Bei einem Volksentscheid würden derzeit rund 40 Prozent der Briten für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union stimmen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2.000 Bürgern hervor. Dabei gaben Anfang der Woche 37 Prozent der Befragten an, sie würden bei einem Referendum für einen Verbleib des Landes in der EU votieren.

Seit Jahrzehnten hadert Großbritannien mit der EU
Seit Jahrzehnten hadert Großbritannien mit der EU
Bild: APA

18 Prozent erklärten, sie hätten keine Meinung dazu, sechs Prozent, sie würden an einer solchen Abstimmung gar nicht erst teilnehmen. Die Zahlen unterliegen allerdings starken Schwankungen: Nur wenige Tage zuvor hatten sich in einer YouGov-Umfrage 34 Prozent der befragten Briten für einen Austritt und 40 Prozent für einen Verbleib ihres Landes in der EU ausgesprochen.

Großbritanniens Premierminister Cameron hatte am Mittwoch angekündigt, die Bürger seines Landes bis spätestens 2017 über den Verbleib in der EU abstimmen lassen zu wollen. Voraussetzung ist allerdings, Camerons konservative Tories können sich bei den Parlamentswahlen 2015 erneut durchsetzen.

In Europa sorgte Camerons Ankündigung für Empörung und Bestürzung. So verschärfte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz seine Kritik. Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte er, England gehe mit der Abstimmung einen "völligen Irrweg". Kein Land in Europa könne mehr allein im Wettbewerb mit China, Indien und anderen aufstrebenden Staaten bestehen.

Frankreichs Präsident Hollande schloss aus, dass sich die EU von den Plänen der britischen Regierung erpressen lassen wird. "Europa muss so genommen werden, wie es ist", sagte Hollande am Mittwoch. Es sei nicht möglich, darüber zu verhandeln, um dann ein Referendum zu veranstalten. Die EU könne weiterentwickelt werden. Durch eine Volksabstimmung lasse sie sich aber nicht kleinmachen, sagte Hollande nach Angaben des Nachrichtensenders BFM TV.

Der österreichische Bundeskanzler Faymann warf Cameron mangelnde Kompromissbereitschaft vor. Außenminister und Vizekanzler Spindelegger erklärte, die Antwort auf die Probleme der EU müsse eine gemeinschaftliche sein und dürfe nicht "im Rosinenpicken eines Mitgliedsstaates" liegen.


 




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