2050: Deutschland wird Stromimporteur
Die Energiewende hat es in sich. Wie aus einer aktuellen Dena-Studie hervorgeht, werden auch 2050 rund 60 % der gesicherten Leistung aus fossilen Kraftwerken kommen. Deutschland wird vom Netto-Stromexporteur zum Netto-Stromimporteur. Die Erneuerbaren Energiequellen sind sichtlich nicht marktfähig.

Bild: Linda Broszeit/flickr.com
61 GW aus fossilen Quellen
Der Markt braucht neue Spielregeln, um erneuerbaren Energieträgern eine reelle Chance zu geben. Ein europäischer Kapazitätsmarkt ist dafür grundlegende Voraussetzung, eine EEG-Novelle angesichts der Umstände unumgänglich. So, wie es aussieht mutiert Deutschland zum Netto-Stromimporteur, ein Umstand, der für Unmut sorgt. Es geht um kontinuierliche Versorgungssicherheit, um die Leistungsschwankungen der erneuerbaren Energien zuverlässig zu kompensieren. Ein adäquater Strommix ist das Gebot der Stunde, so wie es aussieht, rechnen die Dena-Experten 2050 mit 60 % der gesicherten Performance aus fossilen, aber hoffentlich modernen Kraftwerken. Kernthema wird ganz zwangsläufig eine alltagstaugliche Integration der Erneuerbaren in den Energiemix sein, Konsequenzen müssen ebenso wie Grenzen neu definiert werden, um eine tragfähige Konzeption auf die Beine zu stellen.
Gesicherte Leistung und grenzüberschreitende Netze
Rotierende Windräder freuen den Windmüller, glühende Fotozellen den Solarwirt. Doch wohin mit all der Leistung? Bei weiterer unkontrolliertem Ausbau der Erneuerbaren bringt mit sich, dass die Leistung vorerst weder verwertet noch sinnvoll eingefangen werden kann, die gesicherte Leistung aus inländischen Anlagen nicht ausreicht. Das erklärt die Dringlichkeit eines gesamteuropäischen Strombinnenmarktes, wie ihn die Union vorsieht. Netzausbau und ausreichend Speicherkapazitäten sind dringend erforderlich, ebenso enorme Flexibilität seitens der Verbraucher. Intelligente Netze in Verbindung mit modifiziertem Verbraucherverhalten und innovativer Technik ebnen den Weg in die erfolgreiche Dekarbonisierung Europas.
Fossile Kraftwerke für die Energiewende
So schnell wie erhofft wird Deutschland wohl kaum von konventionellen Kraftwerken wegkommen. Bis 2030 sind gerade mal 14 % und bis 2050 nur 37 % Reduktion der fossilen Anlagen im Interesse einer gesicherten Versorgung realisierbar. Und obwohl die Erneuerbaren 2050 über 80 % des Energiebedarfs decken, können diese bescheidene 24 % zur gesicherten Leistung beitragen. Aus Speichertechnologien erhoffen sich die Experten 9 % der gesicherten Leistung, ältere Anlagen müssen nach einer Aufrüstung im Rennen bleiben, zudem hofft man auf Auslandslieferungen. Um den Zeitplan nicht über Gebühr zu strapazieren, müssen die neuen Anlagen bis spätestens 2030 gebaut werden, das soll 49 Gigawatt bringen, 12 Gigawatt werden aus klassischen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) stammen. Doch wie es angesichts der geringer werdenden Betriebsstunden mit den fossilen Anlagen ertragsmäßig aussieht, ist unklar. Fest steht jedoch, dass die Rendite äußerst bescheiden ausfallen wird, es ist mit reichlich Verlusten zu rechnen.
Ab 2020 Stromüberschüsse
Mangelnde Rentabilität am fossilen Kraftwerksektor versus glühende Netze dank Wattstunden, die sich einfach so einstellen. Dieses Szenario erwartet uns mit aller Wahrscheinlichkeit spätestens 2020, wenn die dinge in der aktuellen Form weiter gehen. Netzausbau und erneuerbare Energien müssen stärker koordiniert werden als bisher, sonst droht ein Chaos der obersten Liga. Maximale Wattleistung und minimaler Verbrauch harmonieren aus technischer Sicht rein gar nicht, es fehlt bis auf weiteres an Speicherkapazitäten und nicht zu sagen an entsprechender Speichertechnik. Berechnungen zufolge können 66 Terrawattstunden des Stroms aus erneuerbaren Quellen weder im Inland noch im Ausland genutzt werden, das macht immerhin 15 % des in Deutschland produzierten Stroms. Doch wohin mit all der Power?
Abregeln? Sicher nicht.
Die aktuellen Szenarien konzentrieren sich auf drei denkbare Varianten, die besagte Problematik im Sinne der Nachhaltigkeit in den Griff zu bekommen. Abregeln der Anlagen gilt nicht und fällt flach. Es bleiben eine flexiblere Gestaltung der Einspeisung durch KWKs, erhöhte Speicherkapazitäten und ein Demand-Side-Management sprich Flexibilität im Verbrauch. Doch trotz all der Performance der umweltfreundlichen Technologien ändert sich nichts daran, dass Deutschland bereits 2050 kolportierte 134 Terrawattstunden also rund 22 % des Bedarfs aus dem Ausland beziehen muss, sonst ist Schluss mit lustig. Neben dem aktuellen europäischen Verbundnetz ist ein Overlaynetz angedacht, um die erforderlichen Strommengen mit marginalen Verlusten über große Distanzen zu leiten.
Neues Marktdesign, neue Chance
Die erneuerbaren Energien brauchen um überlebensfähig zu werden ein neues Marktdesign. Die erforderlichen Investitionen werden wohl an den Kunden über bleiben, mit steigenden Kosten ist zu rechnen, denn über den Erlös aus der Strombörse sind die Kosten zu decken. Um die gesicherte Kraftwerksleistung halbwegs rentabel zu machen wäre ein europäischer Kapazitätsmarkt eine gute Lösung, das EEG ist hochgradig sanierungsbedürftig, erneuerbare Energie muss effizienter als bisher in den Markt integriert werden. Die Tatsache, dass Deutschland als Industrienation nicht nur von Importen fossiler Brennstoffe, sondern auch Strom vom Wohlwollen der Nachbarländer abhängig sein dürfte, sorgt bei den Verantwortlichen für finstere Minen.
Wenn das jetzt kein Grund ist, die Roadmap aus Brüssel ohne weiteres Gemurmel zu realisieren?


















~Joh Wade
Totaler Schwachsinnsartikel
Atomland Frankreich muss um grünen Strom aus Deutschland betteln, so war es im letzten Winter und auch diesen Winter braucht Frankreich Strom aus deutschland um die französischen Wohnzimmer zu wärmen!
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