20 Jahre EU-Naturschutz
Vor 20 Jahren wurden zwei wesentliche Instrumente der EU für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Natur ins Leben gerufen: die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) sowie LIFE, das Finanzierungsprogramm der EU für die Umwelt.

Bild: Kurt F. Domnik/pixelio.de
EU-Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte hierzu: „Wir können stolz auf die Naturschutzvorschriften der EU sein, deren 20jähriges Bestehen wir heute begehen, da sie uns bei der Wertschätzung und Pflege unseres reichen natürlichen Erbes helfen. Die biologische Vielfalt ist unsere Lebensversicherung, und Natura 2000, das die Gebiete mit dem höchsten Biodiversitätswert schützt, ist ihr Grundpfeiler. Wir haben in den vergangenen 20 Jahren große Fortschritte erzielt, und es besteht viel Grund zum Feiern. Die Natur ist aber weiterhin auf unsere Hilfe angewiesen und wird uns unseren Einsatz mit den lebenswichtigen Ökosystemdienstleistungen, die sie erbringt, um ein Vielfaches lohnen.“
Wertschätzung und Pflege unseres reichen natürlichen Erbes
In den zwei Jahrzehnten seit ihrer Verabschiedung hat die Richtlinie wesentlich dazu beigetragen, die weiträumige Zerstörung unserer wertvollsten Biodiversitätsgüter zu stoppen, und einige Arten und Lebensräume lassen bereits Anzeichen einer Erholung erkennen. Das Natura-2000-Netz umfasst mehr als 26 000 geschützte Gebiete mit einer Fläche, die der von Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik zusammen entspricht. Fast 18 % des Territoriums der EU sowie 200 000 km2 an geschützten Meeresgebieten sind inzwischen in das Netz einbezogen. Slowenien beispielsweise hat über ein Drittel seines Territoriums als geschützte Gebiete ausgewiesen.
Nachhaltiges Flächen- und Wassernutzungsmanagement
Die EU-Finanzierungsmittel für den Naturschutz wurden in den vergangenen 20 Jahren aufgestockt. LIFE, das gleichzeitig mit der FFH-Richtlinie verabschiedet wurde, hat über 1,2 Mrd. EUR für die Bewirtschaftung und Sanierung von mehr als 2000 Natura-2000-Gebieten in der EU beigesteuert.
Natura 2000 ist kein System von Naturschutzgebieten im strikten Sinne, sondern basiert auf dem viel breiteren Prinzip des nachhaltigen Flächen- und Wasser¬nutzungsmanagements. Wirtschaftliche Tätigkeiten in den Gebieten sind möglich, sofern sie deren Erhaltungsziele nicht gefährden. Natura 2000 hat zahlreiche Möglichkeiten für Freizeittätigkeiten und Fremdenverkehr eröffnet. Natur-2000-Gebiete ziehen jedes Jahr schätzungsweise 1,2 bis 2,2 Milliarden Besucher an, womit jährlich zwischen 5 und 9 Milliarden Euro erwirtschaftet werden.
Festbroschüre über die FFH-Richtlinie - Im Oktober 2012 wird in Brüssel eine große Konferenz organisiert.


















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