Donnerstag, 27. Juni 2019
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Afrikas Ressourcen im Blickpunkt: erster afrikanischer Bodenatlas

Die Europäische Kommission hat heute den ersten Bodenatlas für Afrika vorgestellt, der die Bedeutung dieser zentralen natürlichen Ressource hervorhebt – als Grundlage für die Nahrungs-, Futtermittel- und Brennholzversorgung sowie für die Verringerung des Überschwemmungsrisikos und den Schutz der Wasservorräte.

[[image1]]Mit Landkarten und Illustrationen im Vierfarbdruck wird die Vielfalt der Böden auf dem afrikanischen Kontinent auf einfache und klare Weise erklärt und die Bedeutung dieser endlichen Ressource hervorgehoben. Der Atlas stützt sich auf Beiträge einer Gruppe international anerkannter Bodenwissenschaftler aus Afrika und Europa, die vom internen wissenschaftlichen Dienst der Europäischen Kommission (JRC) koordiniert wurde. Sein Ziel ist es, das Bewusstsein für die lebenswichtige Bedeutung des Bodens in Afrika auf allen Ebenen zu schärfen – von der Politik bis hin zur breiten Öffentlichkeit.

Grundlage für nachhaltige Entwicklung und Nahrungsmittelsicherheit

EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard erklärte bei der Vorstellung des Bodenatlas für Afrika im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der Europäischen Kommission und der Kommission der Afrikanischen Union in Addis Abeba: „Die Böden Afrikas sind sowohl für die Anpassung an den Klimawandel als auch für dessen Eindämmung von zentraler Bedeutung, und sie bilden die Grundlage für nachhaltige Entwicklung und Nahrungsmittelsicherheit. Die Produktivität des Bodens ist zudem für die Erreichung vieler Millenniumsziele entscheidend.”

60 % der Landoberfläche des afrikanischen Kontinents, auf dem mehr als eine Milliarde Menschen leben, entfallen auf Wüsten und Trockengebiete. Einen Großteil der restlichen Landfläche bilden alte, stark verwitterte Böden, die besonderer Maßnahmen bedürfen, um landwirtschaftlich genutzt werden zu können. Das Bevölkerungswachstum und die Verstädterung erhöhen zusammen mit gegensätzlichen wirtschaftlichen Interessen (Anbau von landwirtschaftlichen Exportprodukten, Biobrennstofferzeugung, Erhaltung der biologischen Vielfalt, Mineralienabbau, CO2-Speicherung) zusätzlich den Druck auf das Land. Fruchtbare und produktive Böden sind für den Kampf gegen den Hunger von entscheidender Bedeutung, doch ihre Erhaltung ist in Afrika mit besonderen Herausforderungen verbunden, da die Böden dort oft ihre Nährstoffe schneller verlieren, als ihnen Düngemittel zugeführt werden können.

Fundierte Entscheidungen werden derzeit durch den Mangel an aktuellen Informationen zu den Bodenressourcen Afrikas erschwert. Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) wird in Zusammenarbeit mit der FAO und afrikanischen Bodenwissenschaftlern bei der nächsten Konferenz der afrikanischen Gesellschaft für Bodenwissenschaften im Oktober 2013 in Kenia eine Bewertung des Zustands der Bodenressourcen für ganz Afrika einleiten.

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