Montag, 6. Juli 2020
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150 Mio. EUR für die Hirnforschung zu Beginn des „European Month of the Brain“

Zu Beginn des „European Month of the Brain“ (des „Europäischen Monats des Gehirns“) stellt die Europäische Kommission rund 150 Mio. für 20 neue internationale Hirnforschungsprojekte zur Verfügung. Damit hat die EU im Bereich der Gehirnforschung seit 2007 über 1,9 Mrd. EUR investiert.

[[image1]]Im Rahmen des „European Month of the Brain“ werden im Mai europäische Forschungsarbeiten und Innovationen im Bereich der Neurowissenschaften, der Kognition und verwandter Bereiche auf über 50 Veranstaltungen in ganz Europa ins Rampenlicht gerückt. Mit der Initiative sollen die jüngsten Erfolge auf diesem Gebiet herausgestellt werden, und es soll zu entschlosseneren Anstrengungen bei der Bekämpfung von Gehirnkrankheiten aufgefordert werden. Außerdem soll gezeigt werden, wie die Hirnforschung die Konzeption von Computern revolutionieren kann. Sie wird zu einem Zeitpunkt eingeleitet, zu dem sich die Hirnforschung durch neue, ehrgeizige Projekte in der EU (Human Brain Project der Leitinitiative für neue und künftige Technologien (FET) und den USA (BRAIN Project) stärker profiliert.

Dazu Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft: „Viele Europäer müssen damit rechnen, während ihres Lebens von einer mit dem Gehirn zusammenhängenden Erkrankung betroffen zu sein. Die Behandlungskosten belaufen sich bereits heute auf 1,5 Mio. EUR pro Minute, und diese Belastung unserer Gesundheitssysteme dürfte mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung noch steigen. Die Hirnforschung kann dazu beitragen, das Leiden von Millionen von Patienten und ihren Angehörigen zu lindern. Wenn wir herausfinden, wie das Gehirn funktioniert, könnten sich außerdem für unsere Wirtschaft völlig neue Möglichkeiten bei Dienstleistungen und Produkten eröffnen.“

Neurodegenerative oder altersbedingte psychischen Störungen

Rund 165 Millionen Europäer werden vermutlich in ihrem Leben von einer Ausprägung einer mit dem Gehirn zusammenhängenden Krankheit betroffen sein. Da unsere Bevölkerung altert und mehr Menschen an Alzheimer und anderen neurodegenerativen oder altersbedingten psychischen Störungen erkranken werden, dürften auch die Kosten der Behandlung dieser Krankheiten drastisch steigen. Daher müssen dringend bessere Methoden der Vorbeugung und Behandlung von Hirnerkrankungen gefunden werden. Das Verständnis der Funktionsweise des Gehirns ist ferner wichtig, wenn unsere Volkswirtschaften bei den neuen Informationstechnologien und Dienstleistungen weiter zu den Vorreitern gehören wollen.

Der „European Month of the Brain“ unterstreicht die entscheidende Bedeutung der Hirnforschung und der Gesundheitsversorgung für unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften. In diesem Rahmen werden die einschlägigen Errungenschaften der EU herausgestellt, und die künftige Ausrichtung von Forschung und Politik wird erörtert. Es wird diskutiert, wie die Mittel innerhalb der Länder und unter den Ländern besser aufgeteilt werden können, und Tabus im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit werden aufgehoben.

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